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20.03.2018, 18:16 Uhr VERDACHT AUF MANIPULATIONEN

Razzien bei VW und BMW: Keine große Gefahr

Kommentar von Manuel Glasfort

VW-Chef Matthias Müller wirkt nachdenklich. Foto: dpaVW-Chef Matthias Müller wirkt nachdenklich. Foto: dpa

Osnabrück. Schon wieder sorgen Durchsuchungen bei deutschen Autoherstellern für Schlagzeilen. Doch die Razzien bei VW und BMW stellen keine ernsthafte Gefahr für die Geschäfte dar.

Erst vergangene Woche hatte Volkswagen Rekordgewinne für das abgelaufene Geschäftsjahr gemeldet. Die VW-Welt schien fast perfekt, der Dieselskandal abgehakt. Nun holt den Konzern die Vergangenheit ein. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte die Wolfsburger Zentrale – mal wieder. Dieses Mal geht es um eine Mitteilung zu falschen Verbrauchsangaben. Der Verdacht: VW habe Ende 2015 den Aktienkurs manipuliert.

Unabhängig davon, ob sich der Verdacht erhärtet oder nicht, dürfte Volkswagen seinen Erfolgskurs fortsetzen. Die Autokäufer in den USA und vor allem im wichtigsten Absatzmarkt China interessieren auch die jüngsten Negativschlagzeilen nicht sonderlich. Im schlimmsten Fall könnten Strafverfahren und neue Anlegerklagen drohen.

Dass das Risiko für VW in dieser Sache überschaubar ist, zeigte auch die Börsenreaktion gestern. Die Meldung über die Durchsuchung konnte dem Kursverlauf nichts anhaben: die VW-Aktie legte sogar leicht zu. Gleiches gilt für die Papiere von BMW, obwohl es bei den Münchnern ebenfalls Razzien gegeben hatte. Auf dem Höhepunkt des Dieselskandals hätten solche Nachrichten für heftige Kursausschläge gesorgt.

Die Märkte haben ihre Nervosität abgelegt – jedenfalls in dieser Sache. Sorgen sollte den Anlegern eher der drohende Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten machen.


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