Neue Ära nach Eignerwechsel OLB erwartet für laufendes Jahr Gewinnrückgang

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Oldenburgische Landesbank in Osnabrück. Foto: Michael GründelOldenburgische Landesbank in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Oldenburg. Nach dem Eigentümerwechsel sucht die OLB weiter nach Wachstumsfeldern. Dabei richtet sie ihr Augenmerk auf das Firmenkundengeschäft und die Vermögensberatung. Die Zahlen für 2017 fallen durchwachsen aus, der Gewinn soll im laufenden Jahr zurückgehen.

Die Oldenburgische Landesbank (OLB) hat am Montag ihre Geschäftszahlen für 2017 vorgelegt, dem letzten vollen Geschäftsjahr unter der Alteigentümerin Allianz. Das Betriebsergebnis legte um 36 Prozent zu auf 48,3 Millionen Euro, dabei spielten Sondereffekte und eine deutlich zurückgefahrene Risikovorsorge eine Rolle. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 28,3 Millionen Euro – rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr. „Wir haben unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen ein gutes Ergebnis erwirtschaftet“, sagte OLB-Chef Patrick Tessmann in Oldenburg mit Blick auf das Zinstief, den Regulierungsdruck und den intensiven Wettbewerb im Bankensektor.

Gewinnrückgang für 2018 erwartet

Das Kreditvolumen legte 2017 um rund drei Prozent auf 10,8 Milliarden Euro zu – damit liegt die OLB laut Tessmann über dem Bundesdurchschnitt aller Banken und Sparkassen. Der Vorsteuergewinn ging 2017 um 7,2 Prozent auf 50,4 Millionen Euro zurück. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Tessmann hier einen weiteren Rückgang, auch weil positive Einmaleffekte wegfallen.

Der OLB-Chef führt die Regionalbank in einer spannenden Phase ihrer fast 150-jährigen Geschichte. Nachdem der Versicherungskonzern Allianz seine Mehrheitsbeteiligung an die Bremer Kreditbank (BKB) verkauft hat, muss Tessmann die OLB in der neu entstandenen Bankengruppe positionieren, zu der außerdem das Bremer Bankhaus Neelmeyer gehört. Tessmann sagte, er sehe vor allem Chancen durch den Eignerwechsel. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Aufsichtsrat unter Führung von BKB-Chef Axel Bartsch.

Vermögensberatung stößt auf Interesse

Das OLB-Management setzt auf vier Bereiche: Neben dem Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden sowie Spezialfinanzierungen rücken vor allem das Firmenkundengeschäft und die Vermögensverwaltung für reiche Privatleute in den Fokus. Für letztere hat die OLB erst Anfang 2017 die Abteilung „Wealth Management“ geschaffen, deren Arbeit Vorstandsmitglied Hilger Koenig als Erfolg präsentierte. Ziel sei es, Unternehmer aus der Region betrieblich wie privat „ganzheitlich“ zu betreuen. Das bedeute, dass neben dem Firmenkundenbetreuer auch der Vermögensberater mit zum Unternehmer fahre. Die Vermögensberatung stoße auf „reges Interesse“, sagte Koenig. Gestartet mit einer Milliarde Euro an betreutem Vermögen, seien im Laufe des vergangenen Jahres 85 Millionen Euro hinzugekommen. Die OLB will die Vermögensberatung weiter ausbauen, obwohl auch das Bankhaus Neelmeyer in diesem Bereich aktiv ist. Dank unterschiedlicher regionaler Schwerpunkte komme man sich nicht ins Gehege, so Koenig.

Management erwartet Synergieeffekte

Dennoch glaubt das Management an Synergieeffekte durch das Zusammenwachsen mit der BKB und Neelmeyer. Bereits im Zuge des Programms „OLB 2019“ gab es Personalabbau bei der OLB. Dabei sei man plangemäß und sozialverträglich vorangekommen, berichtete Tessmann. Ende 2017 habe das Institut 2071 Mitarbeiter gehabt, 82 weniger als vor Jahresfrist. Der OLB-Chef ließ durchblicken, dass es weiteren Stellenabbau etwa in den Filialen geben dürfte, nannte aber keine konkreten Zahlen.

Tessmann bestätigte, dass die OLB ihren Namen behalten werde. Der Mehrheitseigner BKB treibt derweil einen aktienrechtlichen „Squeeze Out“ voran, bei dem die verbleibenden Minderheitsaktionäre „herausgequetscht“ werden. Ein entsprechender Beschluss könnte auf der Hauptversammlung der OLB am 16. Mai gestellt werden. Perspektivisch wird die OLB von der Börse genommen.


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