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18.03.2018, 20:12 Uhr KOMMENTAR

Besteuerung: Es wird Zeit zu handeln

Kommentar von Nina Kallmeier

Die Besteuerung von Internet-Konzernen wie Google ist eines der Themen des G20-Treffens. Foto: dpaDie Besteuerung von Internet-Konzernen wie Google ist eines der Themen des G20-Treffens. Foto: dpa

Osnabrück. Ein Konfliktthema des G20-Treffens sowohl der Finanzminister als auch Ende der Woche der Staats- und Regierungschefs in Argentinien ist eine stärkere Besteuerung von Internetkonzernen wie Google. Ein Kommentar.

Die EU will künftig Internetkonzerne stärker zur Kasse bitten. Angesichts der zunehmenden Zahl digitaler Geschäftsmodelle ist dieser Schritt überfällig, aber zu kurz gegriffen.

Keine Frage, die internationale Gemeinschaft muss auf die digitale Wirtschaft eine Antwort finden. Aber: Internetkonzerne zu besteuern ist einfacher gesagt als getan. Das Firmengeflecht großer Konzerne wie Apple, Google oder Facebook ist so verzweigt, dass Leistungen häufig globaler gemacht werden, als sie eigentlich sind – und so Gewinne in einem Netz aus Briefkastenfirmen und Steueroasen verschwinden. Das haben Internetkonzerne mit anderen Großunternehmen gemeinsam. Auch sie sind in der Steuervermeidung kreativ, das haben nicht zuletzt die Panama Papers gezeigt. Entsprechend bräuchte es nicht nur eine Diskussion um die Besteuerung von Internetfirmen, zumal deren Definition im digitalen Zeitalter schwierig ist. Es ist auch nötig, Steueroasen zu schließen – und da sollte die EU am besten in den eigenen Reihen beginnen: unter anderem bei Irland, Luxemburg und den Niederlanden.


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