Weidmann: „Sicherlich noch einiges zu tun“ Bundesbank will Frauen stärker fördern

Von Burkhard Ewert

Hätte gerne mehr Frauen im Vorstand: Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Foto: Niels ThiesHätte gerne mehr Frauen im Vorstand: Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Foto: Niels Thies

Osnabrück. Die Bundesbank will Frauen stärker fördern. Der Präsident der Behörde, Jens Weidmann, sagte unserer Redaktion aus Anlass des „Equal Pay Days“, „bei uns sind Frauen im Vorstand unterrepräsentiert“. Auch im mittleren Management bestehe Handlungsbedarf.

„Ich würde es begrüßen, wenn qualifizierte Frauen künftig in unserem Vorstand stärker vertreten wären“, sagte Weidmann. Auch im mittleren Management sei „sicherlich noch einiges zu tun“, sagte Weidmann anlässlich des Equal Pay Days an diesem Sonntag. Sein Haus sei allerdings auf dem richtigen Weg: „Während meiner Amtszeit ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen um fünf Prozentpunkte gestiegen, von etwa einem Fünftel auf ein Viertel. Wir sind damit unseren Zwischenzielen sehr nahegekommen und haben uns für die kommenden Jahre einen spürbaren weiteren Anstieg vorgenommen“, erklärte der Bundesbankpräsident.

Gleichberechtigung sei nur ein Grund dafür. „Da die Alterung der Gesellschaft auch uns trifft, muss die Bundesbank ein attraktiver Arbeitsgeber sein, gerade auch für Frauen“, führte Weidmann aus und verwies auf verbesserte Teilzeitangebote, eine Kindertagesstätte in der Zentrale der Bundesbehörde und weitere Schritte zur Vereinbarung von Familie und Beruf und zur Förderung von Frauen.

Bis zum Equal Pay Day an diesem 18. März arbeiten Frauen rein theoretisch ohne Gehalt, bis sie Männern gleichgestellt sind. Denn die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen verharrt in Deutschland auf hohem Niveau – sie liegt bei 21 Prozent. Damit belegt Deutschland EU-weit einen der hintersten Plätze. Der Hauptgrund ist, dass sich Frauen für andere Berufe entscheiden als Männer und häufiger in Teilzeit oder auch gar nicht arbeiten. Beim Vergleich von Frauen und Männern mit vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit beträgt der Unterschied noch sechs Prozent, beim Vergleich identischer „Zwillinge“ etwa zwei Prozent.