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16.03.2018, 17:30 Uhr KOMMENTAR

Nach Healthineers-Börsengang: Am Ball bleiben

Von Nina Kallmeier


Bernd Montag (l), Vorstandsvorsitzender von Siemens Healthineers, und Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG, stehen beim Börsengang des Erlanger Unternehmens am Bronzebullen, Symbol für den Börsenaufschwung. Der Börsengang der Siemens-Medizintechnik-Tochter ist einer der größten der vergangenen Jahre in Deutschland. Foto: dpaBernd Montag (l), Vorstandsvorsitzender von Siemens Healthineers, und Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG, stehen beim Börsengang des Erlanger Unternehmens am Bronzebullen, Symbol für den Börsenaufschwung. Der Börsengang der Siemens-Medizintechnik-Tochter ist einer der größten der vergangenen Jahre in Deutschland. Foto: dpa

Frankfurt. Die Siemens-Tochter Healthineers ist an der Börse gestartet. Der Sprung auf das Parkett in Frankfurt ist einer der fünf größten Börsengänge Deutschlands. Allerdings musste Siemens vorher einige Abstriche machen und Erwartungen nach unten schrauben. Ein Kommentar.

Die zu Beginn hohen Erwartungen der Analysten hat Siemens-Tochter Healthineers trotz guten Börsenstarts nicht erfüllt. Bis zu 30 Milliarden Euro fuhr die umsatzstarke Medizinsparte des Siemens-Konzerns am Ende ein. Einen Vertrauensvorschuss wollten Anleger nicht geben.

Über das frische Geld freut sich aber nicht allein Healthineers-Chef Bernd Montag, sondern noch mehr Siemenschef Joe Kaeser. Der konnte bereits im vergangenen Jahr ein sattes Gewinnplus im Gesamtkonzern verkünden. Möglicherweise werden mit den nun eingenommenen Milliarden Verbindlichkeiten der Medizinsparte in Teilen ausgeglichen. Auch bei Mitarbeitern der angeschlagenen Kraftwerkssparte dürften die zusätzlichen Milliarden Begehrlichkeiten wecken. Hier plant Siemens weiterhin trotz guter Geschäfte insgesamt einen massiven Stellenabbau.

Nach dem Healthineers-Börsengang dürfen sich die Verantwortlichen nun aber nicht ausruhen. Andere Siemens-Töchter waren nicht immer Erfolgsgeschichten. Die Siemens-Windkraftsparte ist nach der Fusion mit dem spanischen Wettbewerber Gamesa ein Sanierungsfall, Chipfabrikant Infineon stürzte nach einem Höhenflug schnell wieder ab, und von Epcos, Hersteller elektronischer Bauteile, hört man heute gar nichts mehr.


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