Fleischskandal in Belgien Haltbarkeitsdaten gefälscht – Deutschland wohl nicht beliefert

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In Belgien haben Behörden einen Schlachthof still gelegt, der Haltbarkeitsdaten gefälscht und Schlachtabfälle verarbeitet haben soll. Foto: imago/Mint ImagesIn Belgien haben Behörden einen Schlachthof still gelegt, der Haltbarkeitsdaten gefälscht und Schlachtabfälle verarbeitet haben soll. Foto: imago/Mint Images

Osnabrück. Der nächste große Lebensmittelskandal in Europa: In Belgien haben Behörden einen Schlachthof still gelegt, der Haltbarkeitsdaten gefälscht und Schlachtabfälle verarbeitet haben soll. Die Regierung spricht von „Mafia-Praktiken“. Mehrere Länder sind betroffen. Deutschland offenbar nicht.

Laut EU-Schnellwarnsystem für Lebensmittelsicherheit umfasst der Skandal neben Belgien auch die Niederlande, Luxemburg und Großbritannien. Medien berichten, dass große Handelsketten Fleisch der verdächtigen Firma aus den Regalen entfernt haben. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärten Edeka, Rewe, Aldi Süd und Nord sowie Lidl nicht von dem Unternehmen aus dem Südosten Belgien beliefert worden zu sein. Das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin teilte auf Nachfrage mit, dass Deutschland nach jetzigem Kenntnisstand nicht betroffen sei.

Die Produktionsstätte in Bastogne wurde vor einigen Tagen geschlossen. Kontrolleure hatten aus 2000 Paletten mit Fleischprodukten, die zum Versand bereit standen, 200 Stichproben gezogen. In 133 Fällen entdeckten sie Unregelmäßigkeiten. Überwiegend sollen Schlachtabfälle illegalerweise zu Hack weiterverarbeitet worden sein, schreiben belgische Zeitungen. In der Folge wurde aber auch über gefälschte Haltbarkeitsdaten und Bio-Fleisch berichtet, das mit konventionellem Fleisch vermischt worden sein soll.

Behörden wussten seit 2016 von Verdacht

Ganz neu waren die Betrugsvorwürfe für die belgischen Behörden aber wohl nicht. Bereits 2016 meldete der Kosovo, dass das Unternehmen zwölf Jahre altes Fleisch in einem Tiefkühlcontainer geliefert habe. Die belgische Justiz nahm zwar Ermittlungen auf, aber erst Ende Februar wurde der Betrieb dann durchsucht.

Der Fall weckt Erinnerungen an den Fipronil-Skandal im vergangenen Sommer. Auch da wurde bekannt, dass belgische Behörden schon länger von einer Verunreinigung von Eiern mit dem Pestizid wussten. Und auch damals hieß es zunächst, Deutschland sei von dem Skandal nicht betroffen. Wenig später stellte sich heraus, dass auch hierzulande Millionen potenziell belastete Eier in Umlauf gelangt waren. (Weiterlesen: Mehr Fipronil-Eier entdeckt: Belgien schwieg zu Verdacht)


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