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13.03.2018, 20:11 Uhr RWE UND EON PRÄSENTIEREN PLÄNE

Innogy-Zerschlagung: Nur Gewinner?

Kommentar von Manuel Glasfort

Die Logos von Eon und RWE ließen keinen Zweifel, wer hier zur Pressekonferenz geladen hatte. Foto: dpaDie Logos von Eon und RWE ließen keinen Zweifel, wer hier zur Pressekonferenz geladen hatte. Foto: dpa

Essen. Einst waren Eon und RWE Konkurrenten auf einem umkämpften Markt, nun werden aus ihnen Verbündete. Glaubt man den Vorstandschefs beider Konzerne, ist die geplante Aufteilung der RWE-Ökostromtochter Innogy ein Geniestreich, der ausschließlich Gewinner kennt.

Selbst den Wegfall von 5000 Stellen lächelte Eon-Chef Johannes Teyssen bei der Vorstellung der Details weg. Er wird sich an seiner Zusage messen lassen müssen, den Jobabbau im neuen Konzern möglichst sozial verträglich zu gestalten.

Aus Sicht von Eon und RWE ist der Deal zweifellos ein Gewinn, wie auch an der Reaktion der Börsen nach der Bekanntgabe abzulesen war. Beide Unternehmen dürften in Zukunft gutes Geld verdienen, das eine mit dem Netzgeschäft, das andere in der Stromproduktion. Den Preis zahlen die Mitarbeiter – und womöglich auch die Kunden.

Der Deal ist eine Folge der Energiewende, die in der Branche keinen Stein auf dem anderen lässt. Das erklärt auch den Zuspruch aus der Politik bis hinauf zur Kanzlerin. Sie war es, die nach dem Unglück von Fukushima den überstürzten Atomausstieg durchsetzte, ohne einen echten Plan zu haben. Plagt sie nun angesichts der Konsequenzen das schlechte Gewissen?


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