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12.03.2018, 19:51 Uhr KOMMENTAR

Konsequent Geschäftsmodelle entwickeln

Kommentar von Nina Kallmeier

Einen Tag nach der Ankündigung von RWE und Eon, das Unternehmen Innogy aufzuspalten, hat die Innogy SE ihre Bilanz vorgestellt. Zu den Plänen der beiden Essener Energieriesen gab Vorstandsvorsitzender Uwe Tigges keine Stellungnahme ab. Foto: dpaEinen Tag nach der Ankündigung von RWE und Eon, das Unternehmen Innogy aufzuspalten, hat die Innogy SE ihre Bilanz vorgestellt. Zu den Plänen der beiden Essener Energieriesen gab Vorstandsvorsitzender Uwe Tigges keine Stellungnahme ab. Foto: dpa

Für die Neuordnung ihres Energiegeschäfts wollen Eon und RWE das bisherige Ökostrom- und Netz-Unternehmen Innogy zerschlagen. Der Schritt stößt auf Zuspruch bei Politik und Gewerkschaften, aber auch auf Skepsis bei Ökonomen. Ein Kommentar.

Vor gerade einmal zwei Jahren wurde Innogy als Ökostrom-Tochter von RWE gegründet und beim Börsengang als wegweisend gefeiert. Nun ist das Unternehmen bald Geschichte. Und gerade das Geschäft mit den erneuerbaren Energien – jenem Unternehmensteil, mit dem sich Atomkraft- und Kohle-Riese RWE schwergetan hat – kehrt in den Konzern zurück.

Die Pläne lesen sich fast wie eine Rolle rückwärts in die Zukunft. Und genau hier liegt die Krux: Um sich zukunftsweisend aufzustellen, muss RWE nun konsequent ein Geschäftsmodell für diese Energieträger entwickeln. Sonst wird der Konzern aus dem Deal langfristig als Verlierer hervorgehen.

Bislang bleiben viele Fragen offen. Auch, wie sich die Neuordnung des Energiemarkts durch den Mega-Deal zwischen RWE und Eon auf den Verbraucher auswirkt, bleibt abzuwarten. Mit steigenden Strompreisen rechnen Verbraucherschützer nicht – trotz einer Konzentration sowohl in der Stromerzeugung (RWE) als auch im Netzgeschäft (Eon). Denn der Strommarkt ist ein harter Wettbewerb und die Netze werden durch die Bundesnetzagentur reguliert.

Am Ende könnte der Deal beiden Unternehmen Chancen eröffnen: Wenn beide Partner den jeweiligen Part mit mehr Elan angehen als es bislang der Fall war. Die Energiewende ist eine teure Angelegenheit und der Investitionsbedarf groß.


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