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11.03.2018, 18:37 Uhr KOMMENTAR ZU EON, RWE UND INNOGY

Es rumst in der Energiewirtschaft gewaltig

Kommentar von Michael Clasen

Steht vor der Zerschlagung: die junge RWE-Tochter Innogy. Foto: dpaSteht vor der Zerschlagung: die junge RWE-Tochter Innogy. Foto: dpa

Osnabrück. Die Stromriesen Eon und RWE wirbeln einmal mehr den deutschen Markt kräftig durcheinander. Eon will sich auf Netze und Kunden konzentrieren, RWE den Strom produzieren - aus Kohle und Erneuerbaren. Ein riskantes Spiel mit vielen offenen Fragen.

Aktien der deutschen Energiekonzerne waren einmal eine sichere Bank: solide Performance, satte Dividenden. Damit ist Schluss, seit die Kanzlerin infolge der Katastrophe von Fukushima einen abrupten Atomausstieg beschloss. Die Kurse haben sich von den Verwerfungen nicht mehr richtig erholt. Und es rumst weiterhin gewaltig auf dem Energiemarkt.

Jetzt kommt der nächste Paukenschlag. Die beiden Erzrivalen RWE und Eon planen einen Mega-Deal. Eon will sich den lukrativen Teil der RWE-Tochter Innogy einverleiben – die Verteilnetze und den großen Kundenstamm. Im Gegenzug soll RWE größtenteils das Geschäft mit erneuerbaren Energien von Eon übernehmen und zudem Anteile von dem Energieriesen erhalten.

Warum dieser Sinneswandel?

Die Ökotochter Innogy steht somit bereits vor der Zerschlagung, bevor die Werbebroschüren vom Börsenstart 2016 vergilbt sind. Dass es hinter der grünen Fassade Probleme gibt, davon zeugte zuletzt die Gewinnwarnung vom Dezember. Dennoch überrascht dieser Sinneswandel bei der Konzernmutter.

RWE hatte die Abspaltung der Wind- und Solarenergie von der klassischen Energiegewinnung aus Kohle und Gas ja selbst als große Innovation forciert. Jetzt soll das alles falsch gewesen sein? Der Eon-Deal wirft viele Fragen auf. In den RWE- und Innogy-Standorten ist Skepsis angebracht.


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