Nach Insolvenz Siag Nordseewerke: Schwerer Neustart für Ex-Mitarbeiter

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Im vergangenen Jahr demonstrierten die Mitarbeiter der Siag Nordseewerke gegen den drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze. Heute haben erst 187 von 412 früheren Beschäftigten eine neue, sozialversicherungspflichtige Stelle gefunden. Foto: dpaIm vergangenen Jahr demonstrierten die Mitarbeiter der Siag Nordseewerke gegen den drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze. Heute haben erst 187 von 412 früheren Beschäftigten eine neue, sozialversicherungspflichtige Stelle gefunden. Foto: dpa

Emden. Zehn Monate nach der Insolvenz der Siag Nordseewerke haben viele ehemalige Beschäftigte noch keinen neuen Arbeitsplatz gefunden.

Von 412 früheren Mitarbeitern seien erst 187 wieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt, teilten Betriebsrat und Auffanggesellschaften am Donnerstag mit. Zehn Mitarbeiter hätten sich unterdessen für ein Studium oder eine Ausbildung entschieden. Sieben wollen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. „Das ist kein berauschendes Ergebnis, sondern eher unterdurchschnittlich“, sagte Geschäftsführer Oliver Fieber von der Transfergesellschaft Nord.

Wegen einer finanziellen Schieflage musste der Emder Hersteller von Fundamenten für Offshore-Windparks im Oktober 2012 Insolvenz anmelden. Die niedersächsische Landesregierung und die NordLB hatten Kredite und Bürgschaften abgelehnt, die für das Abarbeiten von Aufträgen nötig waren. Anfang 2013 erfolge die Übernahme durch die saarländische DSD Steel Group . Ein drastischer Arbeitsplatz-Abbau folgte: Von 750 Mitarbeitern konnten nur 240 bei der neuen Nordseewerke GmbH bleiben. Alle anderen mussten in Transfergesellschaften wechseln.

Ein Problem sei der angespannte regionale Arbeitsmarkt, sagte Fieber. So plant der Emder Offshore-Pionier Bard weitere Entlassungen. 120 Arbeitsplätze sind dort bedroht, weil Folgeaufträge für Offshore-Windparks fehlen.

Neustart mit Stahlfundamenten

Bei den Nordseewerken, einer ehemaligen Werft, waren nach der Jahrtausendwende noch rund 1400 Menschen im Schiffbau beschäftigt. Mit der "Frisia Cottbus" lief im Dezember 2009 das letzte Containerschiff vom Stapel. Anschließend folgte der Verkauf von ThyssenKrupp an Schaaf Industrie (Siag) . Der Neustart sollte mit der Produktion von Stahlfundamenten für Offshore-Windparks, sogenannten Tripods, gelingen. Nach der Insolvenz im Oktober 2012 stieg DSD Steel im Januar 2013 erst in letzter Minute als Investor ein, kurz bevor der Betreib eingestellt werden musste. Mit dem Bau eines Umspannwerks für die Offshore-Industrie gilt die Beschäftigung für die restlichen Beschäftigten nun bis Mitte 2014 als gesichert.


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