Futtermittel aus Bersenbrück Kreiling: Mit Futtermitteln auf Wachstumskurs

Von Christoph Lützenkirchen

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•Unter eigener Marke vertreibt Klaus Kreiling ausschließlich Futtermittel für Pferde. Foto: Mischfutterwerk Kreiling•Unter eigener Marke vertreibt Klaus Kreiling ausschließlich Futtermittel für Pferde. Foto: Mischfutterwerk Kreiling

Bersenbrück. Aus der niedersächsischen Provinz in alle Welt: Klaus und Ute Kreiling stellen in Bersenbrück Futtermittel her. Mit ihren Produkten werden Ferkel versorgt, Kälber, Lämmer, Pferde, Elefanten, diverse Federtiere, Pelztiere, Nagetiere, ja sogar Fische. Futtermittel der Firma Bernhard Kreiling gehen nach ganz Deutschland, aber auch nach Dänemark, in die Türkei, nach Malaysia, Thailand, Peru und in viele weitere Länder.

„Zu unseren Spezialitäten gehört auch ein Futter für Kamele“, sagt Klaus Kreiling, „damit beliefern wir beispielsweise verschiedene Tierparks in Moskau und mehrere Kunden aus dem arabischen Raum.“ Besonders stark ist das Spezial- und Mischfutterwerk bei Produkten für Jungtiere. Diese seien beim Futter sehr empfindlich, erklärt Kreiling.

Produziert wird in drei Schichten nach 1500 Rezepturen mit 800 verschiedenen Rohstoffen, darunter 70 Aromen, Vitaminmischungen, Spurenelemente und Eiweißträger. Dennoch ist Kreiling als Futtermittelmarke unbekannt, das Unternehmen ist ein sogenannter Private-Label-Dienstleister. „Wir arbeiten fast ausschließlich im Bereich B2B, also für gewerbliche Kunden“, sagt der Firmenchef: „Wir füllen direkt in die Verpackung des Kunden ab.“ Der lässt sein Produkt bei Kreiling nach eigenen Vorgaben herstellen. Kreiling ist in der Lage, Futter in verschiedensten Formen zu fertigen: zum Beispiel als Pellet, Krümel oder Mehl.

Lizenznehmer der Marke Marstall

Grundsätzlich behandelt der Futtermittelhersteller alle Kunden gleich. Eine Sonderstellung nimmt dennoch die Marke Marstall ein. Als Lizenznehmer des Schweizer Rechteinhabers produziert Kreiling seit 1985 Marstall-Pferdefutter. Von den circa 700 Kunden der Firma beziehen 500 Futtermittel der Marke Marstall. Die Produktion des Premium-Pferdefutters löste den ersten großen Wachstumssprung des Unternehmens aus, das 1958 aus einem landwirtschaftlichen Betrieb entstand. Der zweite erfolgte um das Jahr 2000, seitdem produziert Kreiling verstärkt Ferkelfutter. Die Anzahl der Mitarbeiter lag damals noch bei 20, der Umsatz belief sich auf zehn Millionen Euro. Inzwischen beläuft sich der Jahresumsatz auf 34 Millionen Euro (2017), die Mitarbeiterzahl auf 54.

Neben dem umfangreichen Service – er umfasst nicht nur Produktion, Verpackung und Lieferung, sondern auch die Produktentwicklung oder die Abwicklung von Exporten – steht für Kreiling die Qualitätssicherung an erster Stelle. „Wir sehen uns als Glied in der Kette der Lebensmittelproduktion“, sagt Klaus Kreiling, „um unseren Kunden gerecht zu werden, berücksichtigen wir fünf verschiedene Qualitätsmanagementsysteme.“

Massiv in Wachstum investiert

Kreiling ist seit 1996 Geschäftsführer des Familienunternehmens. Er investierte in den letzten Jahren massiv in das Wachstum und die Modernisierung der Firma. Im Jahr 2003 wurden zwei neue Produktionslinien in Betrieb genommen. Der Neubau der Verwaltung und eines Mischfutterwerks im Jahr 2012 kostete fünf Millionen Euro. Hinzu kommen laut Kreiling laufende Investitionen in Höhe von jährlich etwa einer Million Euro für Gebäude und Maschinen.

Als langjähriger Kunde bescheinigt Hartwig Flatken, Geschäftsführer des Bersenbrücker Spezialfutterunternehmens Hexamin, dem Partner Kreiling ein hohes produktionstechnisches Niveau. Unterschiedlichste Futterstrukturen seien möglich, der Rohstoffpool sei sehr umfangreich. Zudem würden Aufträge bei Kreiling schnell bearbeitet, verladen und abgefertigt. „Das ist sehr wichtig für uns“, sagt Flatken: „Unsere Kunden bestellen oft kurzfristig.“

Klaus Kreiling könnte mit dem Erreichten zufrieden sein, doch ihn treibt der Ehrgeiz, die Betriebsabläufe weiter zu optimieren. „Dabei setzen wir auf Innovation aus Erfahrung“, erklärt er: „Viele Kollegen wurden als Quereinsteiger eingearbeitet. Ausgebildete Verfahrenstechnologen sind knapp.“ Die Bersenbrücker bilden deshalb laufend Fachkräfte aus. „Unser Ziel ist es, die Mitarbeiter in Festanstellung zu übernehmen“, sagt Ute Kreiling: „Wir versuchen, durchgehend vier Ausbildungsstellen zu besetzen, drei im Bereich der Verfahrenstechnologie und eine im Büro.“


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