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07.03.2018, 16:02 Uhr KOMMENTAR

Handwerk: Zwischen Tradition und Digitalisierung

Kommentar von Nina Kallmeier

Die Internationale Handwerksmesse zeigt den Spagat zwischen Digitalisierung und Tradition. Foto: dpaDie Internationale Handwerksmesse zeigt den Spagat zwischen Digitalisierung und Tradition. Foto: dpa

München. Mit rund 1000 Ausstellern aus 60 Gewerken hat die Internationale Handwerksmesse im München heute eröffnet. Während das Messemotto die Jugend im Handwerk und die Digitalisierung in den Vordergrund stellt, kommt auch das Handwerkliche auf dem Messegelände nicht zu kurz. Ein Kommentar.

Mt den Händen etwas zu schaffen, das ist schon lange nicht mehr das einzige, wesentliche Kennzeichen des Handwerks. Das zeigt die Internationale Handwerksmesse (IHM) ganz deutlich. Es gibt Maschinenkurse, bei denen man kein einziges Mal mit einer echten Maschine in Berührung kommt. Der komplette Aufbau wird ausschließlich mithilfe virtueller Realität abgebildet. Es gibt Kekse, deren Form und Geschmack nicht mehr vom Bäcker bestimmt werden, sondern per Online-Konfiguration durch den Kunden. Das kommt an.

Doch so sehr die Digitalisierung Einzug gehalten in die Gewerke gehalten hat und ein wichtiger Teil ihrer künftigen Ausrichtung wird, an der Handarbeit führt am Ende kein Weg vorbei. Das ist gut so und auch das zeigt die Messe. Ein ein Dach wird weiterhin per Hand mit Reet gedeckt, eine Holzfigur händisch geschnitzt und filigrane Schmuckstücke vom Goldschmied hergestellt. Es lässt sich eben nicht jeder Prozess digitalisieren.

Und das ist auch gar nicht der Anspruch, den die junge Generation hat. Der Nachwuchs ist zwar von der VR-Brille fasziniert, er ist auf der Messe aber ebenso mit Feuer und Flamme dabei, wenn es darum geht, Berufe praktisch bei einer der vielen Mitmach-Aktionen auszuprobieren. Handwerk bleibt ein Spagat zwischen digitalen Prozessen und den handwerklichen Fähigkeiten der Gesellen und Meister. Und das erfolgreich.


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