Verband legt Jahreszahlen vor Sparkassen treiben Digitalisierung voran

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Das Firmenkundencenter der Sparkasse in Hannover. Foto: dpaDas Firmenkundencenter der Sparkasse in Hannover. Foto: dpa

Hannover. Niedersachsens Sparkassen treiben die Digitalisierung ihres Geschäfts voran, wollen aber in der Fläche präsent bleiben. Im vergangenen Jahr gewährten die 43 Institute mehr Kredite und nahmen mehr Kundengelder ein, auch der Gewinn legte zu.

Die Sparkassenwelt – alt und etwas angestaubt? Nicht wenn es nach Thomas Mang geht, Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen (SVN). „Schnell, komfortabel und sicher“ wollten die Kunden ihre Bankgeschäfte abwickeln. „Deshalb investieren wir auch in die digitale Fitness unserer Sparkassen mit einem Ausbau der medialen Kanäle“, sagte Mang am Dienstag in Hannover, wo der SVN gute Geschäftszahlen für 2017 präsentierte. Das Betriebsergebnis vor Bewertung legte um 6,3 Prozent oder 53,5 Millionen Euro auf 903,5 Millionen Euro zu. Es werde schwierig, dieses Ergebnis im laufenden Jahr zu wiederholen, so der SVN-Präsident.

„Wir müssen mit den Kunden gehen“

Mit Blick auf die Digitalisierung im Bankensektor forderte Mang: „Wir müssen mit den Kunden gehen.“ Im vergangenen Jahr hätten die Privatkunden der niedersächsischen Sparkassen erstmals mehr Konten online geführt, als ausschließlich analog. Die Sparkassen-App werde allein in Niedersachsen von 550000 Menschen genutzt und „gemeinsam mit unserer Internetfiliale kontinuierlich weiter entwickelt“. Jüngstes Beispiel ist die Geldsendefunktion Kwitt, für die sich laut Verband zwischen Ems und Elbe 70000 App-Nutzer registriert haben. Mit ihrer Hilfe können Kunden Geld von Smartphone zu Smartphone versenden – seit Dezember in Echtzeit. Ab Mitte des Jahres sollen Sparkassenkunden außerdem die Möglichkeit erhalten, mit dem Smartphone ihre Einkäufe zu bezahlen – zumindest sofern der Händler diese Möglichkeit bietet. Mang und Verbandsgeschäftsführer Guido Mönnecke räumten aber ein, dass viele Deutsche weiterhin am liebsten bar zahlten.

Die Anstrengungen bei den digitalen Angeboten sollen aber nicht zulasten der Präsenz vor Ort gehen. „Filialbetrieb muss sein, sonst würden wir zu einer seelenlosen Direktbank verkommen“, sagte der SVN-Präsident. Dem branchenweiten Trend zu Filialschließungen können sich aber auch die niedersächsischen Sparkassen nicht entziehen: Die Zahl der Geschäftsstellen im Land ging im vergangenen Jahr von 971 auf 900 zurück.

Zahl der Institute rückläufig

Und auch die Zahl der Institute ist rückläufig. Nach der Fusion der Sparkassen Hildesheim, Goslar und Peine zählten am 31. Dezember vergangenen Jahres 43 Sparkassen zum Verband – tags darauf waren es dann nur noch 42, als der Zusammenschluss der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde mit der Sparkasse Osterholz in Kraft trat. Für dieses Jahr erwartet Mang mindestens eine weitere Fusion, nannte aber keine Namen.

Mit den Geschäftszahlen für 2017 zeigte der SVN-Präsident sich zufrieden. Unterstützt von einer florierenden Konjunktur legten sowohl das Kredit-, als auch das Einlagengeschäft zu. Das Kreditvolumen stieg um 2,9 Prozent auf 78,6 Milliarden Euro, die Kundenguthaben wuchsen sogar um 3,8 Prozent – auf ebenfalls 78,6 Milliarden Euro. „Das haben wir nicht gesteuert, das hat sich einfach so ergeben“, so Mang.

Geldpolitik lässt Zinserträge schmelzen

Wegen des Zinstiefs im Euroraum verdienen auch die Sparkassen weniger am klassischen Kreditgeschäft. Das Minus von 45,9 Millionen Euro bei den Zinserträgen konnte aber durch einen Zuwachs von 69 Millionen Euro im Provisionsgeschäft mehr als aufgefangen werden. Dabei geht das Plus laut Mang etwa zur Hälfte auf Gebührenerhöhungen zurück, zur anderen Hälfte auf Vertriebserfolge.


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