Ihr regionaler Immobilienmarkt
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06.03.2018, 16:55 Uhr KOMMENTAR ZU VONOVIA-BILANZ

Das ganz große Wohngeld

Kommentar von Katharina Ritzer

Der Wohnungskonzern Vonovia hat am Dienstag seine Jahreszahlen veröffentlicht. Er steht gut – und plant die nächste Übernahme. Foto: dpaDer Wohnungskonzern Vonovia hat am Dienstag seine Jahreszahlen veröffentlicht. Er steht gut – und plant die nächste Übernahme. Foto: dpa

Osnabrück. Steigende Mieteinnahmen und der Milliarden-Zukauf des österreichischen Konkurrenten Conwert haben Deutschlands größtem Immobilienkonzern Vonovia 2017 einen Gewinnsprung gebracht. Und das Unternehmen will weiter wachsen. Angst vor einer Immobilienblase ist aber unbegründet – die Vorzeichen sind andere als 2007. Ein Kommentar.

In der Immobilienbranche grassiert weltweit die Fusionitis, im vergangenen Jahr gab es rund 3300 Übernahmen oder Zusammenschlüsse im Gesamtwert von gut 313 Milliarden Euro. Da mischt auch die Vonovia, Deutschlands größter privater Vermieter und einziges Immobilienunternehmen im DAX, kräftig mit. Im vergangenen Jahr hat sie die österreichische Conwert für 2,7 Milliarden Euro geschluckt, nun soll die Übernahme der ebenfalls österreichischen Buwog folgen. Geschätzter Kostenpunkt: 5,2 Milliarden Euro.

Mahnende Stimmen verweisen auf eine Parallele zu 2007: Damals gab es weltweit unter Immobilienkonzernen 2500 Fusionen im Gesamtwert von ebenfalls mehr als 300 Milliarden Euro. Schleichend begann damit die Finanzkrise, Ursache war der überhitzte Immobilienmarkt. Am Ende brannte die Weltwirtschaft lichterloh, auch die deutschen Steuerzahler mussten Banken retten. Wiederholt sich die Geschichte?

Experten geben Entwarnung: Weil die Aktienkurse längst nicht so stark gestiegen sind wie der Wert der Liegenschaften selbst, gebe es diesmal keine Blase. Zudem rechnen Profiinvestoren wie Versicherungen und Pensionskassen wieder mit steigenden Zinsen – das dürfte die Lust auf weitere kreditfinanzierte Übernahmen in der Branche deutlich dämpfen.


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