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02.03.2018, 18:12 Uhr TRUMPS NEUE PROVOKATIONEN

Strafzölle auf Stahl: Besonnen reagieren

Kommentar von Manuel Glasfort

Donald Trump will Strafzölle auf Stahl und Aluminium verhängen. Das könnte ein übles Ende nehmen. Foto: AFPDonald Trump will Strafzölle auf Stahl und Aluminium verhängen. Das könnte ein übles Ende nehmen. Foto: AFP

Osnabrück. Neue Provokationen aus dem Weißen Haus: Donald Trump hält Handelskriege für „gut und leicht zu gewinnen“. Irre. Der US-Präsident will hohe Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängen.

Der Plan hat das Zeug, eine Spirale des Protektionismus in Gang zu setzen. Die Zeit zwischen den Weltkriegen hat gezeigt, welch übles Ende das nehmen kann. Damals brach der Welthandel binnen kurzer Zeit zusammen. Die anderen Wirtschaftsmächte – auch die EU – sind deshalb gut beraten, sehr besonnen zu reagieren.

Nun ist es nicht so, dass sich der Welthandel nicht verbessern ließe. Unfaire Handelspraktiken müssen bestmöglich eingedämmt werden. Das lässt sich aber nur mit breiten internationalen Allianzen bewerkstelligen, sicher nicht mit nationalen Alleingängen.

Hinzu kommt: Von den Strafzöllen werden nur wenige Stahl- und Aluminiumhütten in den USA profitieren. Stahlverarbeitende Firmen wie die Autobauer werden dafür entweder höhere Preise an die Verbraucher weitergeben oder mehr verarbeitete Produkte importieren – beides keine erfreulichen Aussichten für die Amerikaner. Darin liegt auch eine Hoffnung: Wenn Trump nicht selbst zur Einsicht kommt, könnte ihm ein Stimmungsumschwung im eigenen Land dazu verhelfen.


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