Konzernumsatz und Ergebnis rückläufig Ahlers AG wächst vor allem im Ausland

Von Nina Kallmeier

Zwar ist der Konzernumsatz der Ahlers AG im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht rückläufig, das bestehende Geschäft verzeichnet jedoch entgegen den Trend ein Umsatzwachstum. Foto: KallmeierZwar ist der Konzernumsatz der Ahlers AG im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht rückläufig, das bestehende Geschäft verzeichnet jedoch entgegen den Trend ein Umsatzwachstum. Foto: Kallmeier

Düsseldorf/Osnabrück. Im schwierigen Marktumfeld des Modeeinzelhandels hat sich die Ahlers AG im abgelaufenen Geschäftsjahr gut behauptet, so das Fazit der Vorstandsvorsitzenden Stella Ahlers. Insbesondere im Auslandsmarkt haben die Marken des Herforder Herrenausstatters deutlich zugelegt.

Leichte Umsatzzuwächse auf bestehender Fläche in Westeuropa, deutliche Zuwächse im Osten – für die Ahlers AG, die international mit Marken wie Pierre Cardin oder Baldessarini vertreten ist, ist das abgelaufene Geschäftsjahr entgegen dem Markttrend gut verlaufen, sagte Vorstandsvorsitzende Stella Ahlers gestern in Düsseldorf. Sowohl im Heimatmarkt Deutschland (+1 Prozent), aber vor allem in Osteuropa einschließlich Russland und der Ukraine (+6,6 Prozent) hat der ostwestfälische Modekonzern mit seinen fortgeführten Marken Umsatzzuwächse verbucht. Insgesamt lagen die Umsätze im bestehenden Geschäft mit 235,6 Millionen Euro um 1,4 Prozent höher als im Jahr zuvor. Den größten Anteil daran hat mit 126,7 Millionen Euro das Deutschlandgeschäft.

Konzernumsatz sinkt leicht, auch Ergebnis schrumpft

Dennoch ist der Konzernumsatz insgesamt leicht rückläufig. Als Grund nannte Ahlers die beendete Geschäftstätigkeit der Marke Gin Tonic sowie das auslaufende Geschäfts mit dem letzten großen Private Label-Kunden. „Erwartungsgemäß konnten die verloren gegangenen Umsätze nicht vollständig kompensiert werden“, zog Ahlers Bilanz. Auch das EBITDA sank um 9,8 Prozent von 9,2 auf 8,3 Millionen Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern reduzierte sich um 24 Prozent auf 1,9 Millionen Euro. Als Grund für diese Rückgänge nannte die Vorstandschefin unter anderem gestiegene Aufwendungen für Kommissionierungen für das Wholesale und den E-Commerce.

Ausland und E-Commerce ein Fokus

Positiv stimmte Ahlers jedoch das fortgeführte Geschäft. Im Ausland stiegen die Umsätze in diesem Bereich insgesamt um 2,2 Prozent auf 106,7 Millionen Euro, sodass sich ein Anteil Exportquote von 46 Prozent ergibt. Dieser Bereich soll – ebenso wie der E-Commerce – künftig weiter ausgebaut werden. „Der E-Commerce hat für uns weiterhin strategische Priorität“, so Ahlers. Um 22 Prozent ist der Umsatz hier 2016/17 gestiegen. Derzeit hat das Onlinegeschäft einen Anteil von rund vier Prozent am Gesamtumsatz, ein Drittel davon wird mit eigenen Shops erwirtschaftet. Die Geschäfte auf digitalen Marktplätzen sollen künftig auch auf die Niederlande und Österreich ausgeweitet werden.

Kritik an Rabatt-Politik im Einzelhandel

Trotz der Zuwächse auch im eigenen Einzelhandel sah Stella Ahlers die früh einsetzenden Rabatt-Aktionen kritisch. „Die Tendenz zu frühen Rabatten hält an.“ Und die Aktionen würden sich häufen. Hinzu kommen überdurchschnittlich hohe Retourenquoten, unter anderem nach „Black Friday“. Hier will das Unternehmen künftig gezielter Kunden ansprechen, so die Vorstandsvorsitzende.

Vorsichtig optimistischer Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr ist Stella Ahlers vorsichtig optimistisch. Insbesondere im Ausland sieht sie eine positive Marktentwicklung, vor allem in Russland und der Ukraine. Ein Joint-Venture mit einem langjährigen Partner soll zudem den Markt in Russland stärken. Insgesamt geht die Vorstandsvorsitzende von einer Steigerung des Konzernumsatzes im kleineren einstelligen Prozentbereich aus. Auch das Konzernergebnis sieht sie im laufenden Geschäftsjahr positiv. „Aus heutiger Sicht wird es sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern.“