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28.02.2018, 18:39 Uhr LANDESBANK VOR VERKAUF

HSH Nordbank: Der Frust überwiegt

Kommentar von Manuel Glasfort

Das Gebäude der HSH Nordbank in Kiel. Der Kieler Standort scheint mit dem Verkauf gefährdet. Foto: dpaDas Gebäude der HSH Nordbank in Kiel. Der Kieler Standort scheint mit dem Verkauf gefährdet. Foto: dpa

Osnabrück. Frust und Erleichterung im Norden: Es war ein merkwürdig zwiespältiger Tag für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, als sie gestern den Verkauf ihrer HSH Nordbank an US-Finanzinvestoren bekannt gaben.

Frust und Erleichterung im Norden: Es war ein merkwürdig zwiespältiger Tag für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, als sie gestern den Verkauf ihrer HSH Nordbank an US-Finanzinvestoren bekannt gaben. Erleichterung herrscht darüber, eine Abwicklung der Landesbank verhindert zu haben. Zudem bringt der Deal – falls er genehmigt wird – mit einer Milliarde Euro mehr als ursprünglich erwartet. Doch der Frust überwiegt, besonders bei den Steuerzahlern. Sie dürften auf Verlusten in zweistelliger Milliardenhöhe sitzenbleiben.

Damit baden die Hamburger und Schleswig-Holsteiner nicht nur die Fehler des früheren HSH-Managements aus, sondern auch jene der Politik. Denn es waren Politiker beider Länder, die ehrgeizigen Bankmanagern Rückendeckung für gewagte Geschäfte in aller Welt gaben. Der Versuch, im Spiel der großen Privatbanken mitzuspielen, scheiterte. Neun Jahre nach dem ersten Rettungspaket kommt nun die Quittung.

Landesbanken haben durchaus ihre Berechtigung als „Zentralbanken“ der Sparkassen und als Instrumente der Wirtschaftsförderung der Bundesländer. Der Fall der HSH Nordbank illustriert aber, was geschieht, wenn die Politik die Institute zu Goldeseln umfunktionieren will.


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