Maßnahmen für 2018 angekündigt Gerry Weber bleibt unter Druck

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Das abgelaufene Geschäftsjahr ist für Gerry-Weber-Konzernchef Ralf Weber zwar nach Plan, jedoch noch nicht zufriedenstellend verlaufen. Die Profitabilität konnte das Haller Modeunternehmen nicht stärken. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Foto: dpaDas abgelaufene Geschäftsjahr ist für Gerry-Weber-Konzernchef Ralf Weber zwar nach Plan, jedoch noch nicht zufriedenstellend verlaufen. Die Profitabilität konnte das Haller Modeunternehmen nicht stärken. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Foto: dpa

Halle/Westfalen. Es läuft noch nicht rund für die Gerry Weber AG. Zwar konnte der Konzern seine Kosten deutlich reduzieren, zu einer höheren Profitabilität hat das jedoch nicht geführt. Für das laufende Geschäftsjahr sind weitere Maßnahmen geplant. Details dazu soll es laut Konzernchef Ralf Weber im Juni geben.

Zwei Jahre nach Bekanntgabe des Programms zur Neuausrichtung des Konzerns ist der Umbau bei Gerry Weber noch nicht abgeschlossen. Denn, so stellte Vorstandsvorsitzender Ralf Weber gestern im Rahmen der Bilanzpressekonferenz vor, die Profitabilität des Konzerns haben die 143 Geschäftsschließungen sowie die Kosteneinsparungen nicht verbessert. Nun sollen weitere Maßnahmen folgen, kündigte Weber an. Sie betreffen die Bereiche Beschaffung, Produktentwicklung und Sortimentgestaltung sowie weitere Schritte zur Modernisierung der Marken. Einen Personalabbau sowie weitere Filialschließungen schloss Finanzvorstand Jörg Stüber dabei nicht aus. „Rund fünf Prozent des Filialbestands stehen jährlich auf dem Prüfstand.“ Insgesamt seien zwischen sechs und zehn Millionen Euro für das neue Programm, dessen Details im Juni vorgestellt werden sollen, veranschlagt. „Die Maßnahmen können von Marketing bis Filialschließung reichen“, so Stüber, dessen Vertrag für weitere drei Jahre verlängert wurde. Klar ist jedoch, dass die Maßnahmen das operative Ergebnis der Gruppe im laufenden Geschäftsjahr belasten werden. „Wir können alle nötigen Maßnahmen aus eigener Kraft umsetzen“, betonte Weber.

Trotz Problemen auf Kurs

Insgesamt sieht der Vorstand die Gerry Weber Gruppe jedoch trotz Konzernfehlbetrag von 800000 Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Kurs. „Wir haben viel erreicht. Mittelfristig werden wir wieder profitabel und nachhaltig wachsen“, betonte Konzernchef Weber. Im Geschäftsjahr 2016/17 hat sich der Konzern mit Blick auf den Umsatz am oberen Ende der Erwartungen entwickelt und 880,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit sank der Umsatz im Jahresvergleich parallel zur Marktentwicklung um 2,2 Prozent. Das EBIT ist mit 10,3 Millionen Euro am unteren Ende der Prognose geblieben.

Online-Geschäft und Hallhuber sind Wachstumsmotoren

Während sich die Umsätze der Gerry Weber Core-Marken insgesamt um 4,4 Prozent verringerten, stimmten die Entwicklung der Tochtergesellschaft Hallhuber und das Online-Geschäft den Vorstand positiv. Der Hallhuber-Umsatz stieg expansionsbedingt mit 55 neuen Verkaufsflächen um 6,1 Prozent auf 194 Millionen Euro (Vorjahr: 183,2 Millionen). Ein Blick auf die Bestandsflächen zeigt jedoch, dass ohne die neuen Shops auch hier ein Minus von 3,5 Prozent verbucht werden muss. Für das aktuelle Geschäftsjahr sind 30 neue Verkaufsflächen geplant. Beim Online-Umsatz verzeichnete Hallhuber ein Plus von 14,2 Prozent auf 20,1 Millionen Euro. Ähnlich entwickelten sich hier die übrigen Marken der Gerry-Weber-Gruppe. Die Umsätze stiegen um 12,9 Prozent auf 31,5 Millionen Euro.

E-Commerce bleibt ein Fokus

Der E-Commerce soll auch im laufenden Geschäftsjahr weiter ausgebaut werden, so Vorstandsvorsitzender Ralf Weber. Dazu gehört auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit externen Plattformen wie Amazon oder About You. Ein Teil der Online-Strategie ist zudem die neue, reine Online-Marke gr[8]ful, die ab März mit sieben Kollektionen pro Jahr startet. Als Vorstand, zuständig unter anderem für den Bereich Digitales, wird Johannes Ehling die Gerry Weber AG ab 1. April ergänzen. Für ihn steht auch eine Vertriebskanal übergreifende Strategie im Vordergrund. „Cross-Channel ist elementar für die Zukunft von Gerry Weber. Dieser Bereich muss stark ausgebaut werden“, sagte Ehling.

Stabiler Kurs für 2018

Trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds geht Gerry Weber für das Geschäftsjahr 2017/2018 von einem nahezu stabilen Konzernumsatz zwischen 870 und 890 Millionen Euro aus. Als Konzernergebnis prognostiziert der Vorstand zwischen zehn und 20 Millionen Euro. Die positiven Auswirkungen des Maßnahmenkatalogs werden sich laut Weber jedoch nicht kurzfristig, sondern erst in den nächsten Jahren in der Bilanz niederschlagen. Im Geschäftsjahr 2018/19 werden man spürbar profitabler werden und wachsen, so der Konzernchef. Da stellte Stüber auch unterm Strich eine schwarze Null in Aussicht.


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