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27.02.2018, 18:21 Uhr KOMMENTAR

Umsatzrückgang bei Gerry Weber: Symptom des Wandels

Von Nina Kallmeier


Mit ihren Problemen ist die Gerry Weber AG in der Branche nicht alleine. Auch andere Modekonzerne kämpfen mit Umsatz- und Gewinnrückgängen. Foto: dpaMit ihren Problemen ist die Gerry Weber AG in der Branche nicht alleine. Auch andere Modekonzerne kämpfen mit Umsatz- und Gewinnrückgängen. Foto: dpa

Halle/Westfalen. Es läuft noch nicht rund für die Gerry Weber AG. Zwar konnte der Konzern seine Kosten deutlich reduzieren, zu einer höheren Profitabilität hat das jedoch nicht geführt. Für das laufende Geschäftsjahr sind weitere Maßnahmen geplant. Details dazu soll es laut Konzernchef Ralf Weber im Juni geben. Ein Kommentar

Der Konzernumbau bei Gerry Weber wird mehr Zeit in Anspruch nehmen, das hat Vorstandschef Ralf Weber deutlich gemacht. Zwei Jahre intensiver Sparmaßnahmen und mehr als 140 geschlossene Filialen haben nicht gereicht, um den Profit ausreichend zu steigern. Ob die nun angekündigten neuen Strategien greifen werden, bleibt abzuwarten.

Mit ihren Problemen steht die Gerry Weber AG bei Weitem nicht alleine. Sie sind vielmehr ein Symptom einer Branche in Aufruhr – unabhängig von der Zielgruppe. Bei H&M ist der Gewinn eingebrochen, Modehersteller Esprit erwartet ebenfalls Verluste – die Liste lässt sich fortführen. Zu schaffen macht den Konzernen unter anderem das Online-Geschäft. Ein Trend, den viele schlicht verschlafen haben. Verändert hat sich aber auch der Kunde, der vermehrt nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Qualität schaut. Und dadurch möglicherweise weniger Teile kauft als früher. Ob es da sieben und mehr Kollektionen pro Jahr braucht? Zumindest fraglich.

Gegensteuern wollen Konzerne wie H&M, aber auch Gerry Weber nun unter anderem mit reinen Online-Marken. Wenn diese zusätzlichen Erfolg bringen und nicht die Umsätze der bestehenden Marken kannibalisieren sollen, müssen sie sich jedoch deutlich absetzen. Weitere interne Konkurrenz können sich Modekonzerne nicht leisten.


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