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23.02.2018, 18:14 Uhr KOMMENTAR

Die Marktmacht der Influencer

Von Nina Kallmeier


Nach einem Tweet von US-Sternchen Kylie Jenner ist der Aktienkurs des Messenger-Dienstes Snapchat abgerutscht. Foto: dpaNach einem Tweet von US-Sternchen Kylie Jenner ist der Aktienkurs des Messenger-Dienstes Snapchat abgerutscht. Foto: dpa

Was ein Tweet eines Reality-TV-Sternchens anrichten kann: Mit der Nachricht, Snapchat nach einem Update nicht mehr zu nutzen, trug Kylie Jenner am Donnerstag erheblich zum Absturz der Aktie der App-Betreiberfirma Snap bei. Ein Kommentar.

Ein Tweet, und der Aktienmarkt ist in Aufruhr. Dabei hat sich Kylie Jenner, Halbschwester von US-Reality-TV-Sternchen Kim Kardashian, nicht plötzlich ein besonderes Wissen um Trends und Wirtschaft angeeignet. Sie hat lediglich über Twitter verkündet, nicht sicher zu sein, wie sie die Neuerungen beim Mitteilungsdienst Snapchat findet. Und schon verzeichnet die Aktie Milliardenverluste. Dass Analysten nach der Überarbeitung der App aufgrund negativer Reaktionen der Nutzer schon vor Tagen vor einem Rückgang der Werbeeinnahmen gewarnt und die Aktie herabgestuft haben? Geschenkt. Gestört hat das zu dem Zeitpunkt die Finanzmärkte wenig. Vielleicht auch, weil diese Analysten gleichzeitig die Neuerungen als Chance sehen, dass Nutzer der App länger treu bleiben könnten. Und eine Aktie bleibt eine Wette auf die Zukunft.

Der Vorfall zeigt einmal mehr, welchen Einfluss die zumeist junge Social-Media-Prominenz aufgrund ihrer hohen Zahl an Followern hat. Was sie sagt und denkt, scheint Gesetz zu sein. Ob ihre Meinung auf Wissen beruht oder nicht, das ist egal. Reichweite macht’s möglich. Es zeigt aber auch, wie nervös der Markt ist. Das ist gefährlich. Denn der Verantwortung, die mit diesem Einfluss einhergeht, sind sich wenige der sogenannten Influencer bewusst.


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