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21.02.2018, 17:49 Uhr 4,3 PROZENT MEHR LOHN

VW-Haustarif: Voller Erfolg für die IG Metall

Kommentar von Manuel Glasfort

Haben hart verhandelt: Martin Rosik (links), Verhandlungsführer und Personalchef der Marke VW, und Thorsten Gröger, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall. Foto: dpaHaben hart verhandelt: Martin Rosik (links), Verhandlungsführer und Personalchef der Marke VW, und Thorsten Gröger, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall. Foto: dpa

Osnabrück. Da können Beschäftigte anderer Branchen nur vor Neid erblassen: 120000 VW-Mitarbeiter erhalten ein spürbares Lohnplus von 4,3 Prozent nebst Einmalzahlungen. Der neue Haustarifvertrag folgt in diesem Punkt dem Flächentarifvertrag und ist ein voller Erfolg für die IG Metall.

Auch die Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge können sich sehen lassen und zeugen vom Weitblick der Gewerkschafter. Wegweisend ist aber vor allem die Möglichkeit, eine jährliche Zusatzzahlung in zusätzliche freie Tage umzuwandeln. Diese Option für Arbeiter mit jungen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen schafft die Flexibilität, die diese Gruppen brauchen.

Was bedeutet all das für den Konzern? Er hat sich den Betriebsfrieden teuer erkauft. Aber obwohl der Tarifabschluss auf die ohnehin schwachen Margen der Kernmarke drückt, kann Volkswagen die Einigung verkraften. Der Konzern hat den Abgasskandal weitgehend hinter sich gelassen und verdient wieder kräftig. Davon sollten nicht nur die Aktionäre, sondern auch die Belegschaft profitieren.

Wie gut genau Volkswagen aktuell dasteht, wird sich bereits morgen zeigen, wenn der Autobauer sein vorläufiges Jahresergebnis vorlegt – es könnte ein Rekordergebnis sein.


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