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20.02.2018, 19:42 Uhr KOMMENTAR

Kryptowährung an Rohstoff gekoppelt: Sicherheit ist trügerisch

Kommentar von Nina Kallmeier

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro will mit einer neuen Digitalwährung für Entlastung sorgen. Foto: Francisco Batista/Prensa Miraflores/dpaDer venezolanische Präsident Nicolas Maduro will mit einer neuen Digitalwährung für Entlastung sorgen. Foto: Francisco Batista/Prensa Miraflores/dpa

Venezuela hat mit der Einführung seiner neuen Digitalwährung Petro begonnen, mit der sich die Regierung von Staatschef Nicolás Maduro gegen eine „Finanzblockade“ der USA stemmen will. Wie die Behörden des hoch verschuldeten südamerikanischen Landes gestern mitteilten, wurde der Verkauf von zunächst 38,4 Millionen Petro gestartet. Ein Kommentar.

Estland und Schweden spielen noch mit dem Gedanken, Venezuela meldet Vollzug: Als erstes hat das inflationsgeplagte Land eine Kryptowährung eingeführt – um die Wirtschaft anzukurbeln und die Versorgungskrise einzudämmen. Und durch eine alternative, digitale Währung US-Sanktionen zu umgehen. Ob eine solche Maßnahme erfolgreich ist, bleibt jedoch fraglich.

Zum einen ist die Absicherung des „Petro“ durch Rohöl trügerisch. Eine Einheit der Kryptowährung soll dem Wert eines Fasses Rohöl entsprechen. Naheliegend, als Land mit den größten Ölreserven der Welt. Doch auch Zahlungsausfälle der staatlichen Ölfirma haben dazu beigetragen, Venezuela an den Rand des Staatsbankrotts zu bringen. Eine sichere Bank? Zweifelhaft.

Zum anderen ist die Herstellung der Kryptowährung ein energieintensiver Prozess, ob diese Ressourcen zur Verfügung stehen, fraglich. Und am wichtigsten: Die Bevölkerung sowie die Wirtschaft müssten Vertrauen in die staatlich initiierte Kryptowährung zeigen. Bislang hat es auch Platzhirsch Bitcoin nicht geschafft, sich als Bezahlsystem im Alltag zu etablieren. Zu wenig wird er praktisch genutzt. Stattdessen hat der Hype einen Run auf alles ausgelöst, was auch nur entfernt mit der Technologie Blockchain zu tun haben könnte. Reflektiertes Handeln sieht anders aus.


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