IHK-Studie Junge Leute kehren der Region den Rücken

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Für ihre Ausbildung kehren junge Menschen ihrer Heimatregion häufig den Rücken. Sie zurückzugewinnen ist für kleine und mittlere Unternehmen häufig schwierig, sagt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Foto: dpaFür ihre Ausbildung kehren junge Menschen ihrer Heimatregion häufig den Rücken. Sie zurückzugewinnen ist für kleine und mittlere Unternehmen häufig schwierig, sagt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Foto: dpa

Osnabrück. Insbesondere zum Studieren kehren viele junge Menschen ihrer Heimatregion den Rücken – und kommen oft nicht wieder. Vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte ist das für Unternehmen ein Problem. Die IHK hat die Wanderbewegungen insgesamt analysiert.

Wie attraktiv ist eine Region? Für Niedersachsen steht fest: Aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder auch Sachsen-Anhalt und Thüringen hat es zwischen 2010 und 2013 viele Menschen in das Bundesland gezogen. Auch die junge Zielgruppe der 18- bis 30 Jährigen, zeigt eine IHK-Wanderungsanalyse, die Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, gestern vorstellte.

Wanderungssaldo insgesamt im Plus

Dabei liegt der Wanderungssaldo insgesamt – also die Differenz aus Zu- und Fortzug aus dem In- und Ausland – sowohl in Niedersachsen als auch im Bundesschnitt und in der Region in den vergangenen 20 Jahren zumeist im Plus. Aktuell wirken sich die steigenden Flüchtlingszahlen auf die Zuwanderungsstatistik aus. Daher lag der Schwerpunkt der Analyse auf den Jahren zuvor.

Junge Leute zieht es in die „Ferne“

Und die zeigen für die junge Zielgruppe im Kammerbezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ein ganz anderes Bild als für das Land Niedersachsen. Hier zieht es junge Menschen in die „Ferne“ – vor allem nach Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin. Insbesondere in der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen sowie der 25- bis 30-Jährigen ist der der Wanderungssaldo (ohne Auslandswanderung) seit Anfang der 2000er Jahren durchgängig negativ. „Das zeigt, dass junge Leute nach dem Ende ihres Studiums oder ihrer Ausbildung auch nicht zurückkommen“, bedauerte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Allein zwischen 2010 und 2013 haben insgesamt 6000 junge Menschen die Region verlassen.

Abwanderung entgegensteuern

Auch der Zuzug aus dem Ausland kann laut Graf in dieser Altersgruppe den Trend nicht umkehren – nur leicht entspannen. „Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es sehr schwer, diese jungen Leute zurückzugewinnen“, sagte auch Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Diesem Abwanderungstrend müsse entgegengesteuert werden, betonte Graf. Einfach sei das nicht. Einen Ansatzpunkt sieht er in der gezielten Ansprache von Rückkehrern – möglicherweise als junge Familie, die in der Region ein besseres Betreuungsangebot vorfinde als an anderen Standorten. Auch mit dem Start-up-Zentrum würde für die junge Zielgruppe ein Anreiz geschaffen, in die Region zu kommen oder in der Region zu bleiben.

Gewisser Trend: „Zurück nach Hause“

Der DIHK sieht seit einigen Jahren jedoch auch einen gewissen Trend, wieder zurück ,nach Hause‘ zu gehen. „Zentrale Ursachen dafür ist die in fast allen Regionen bessere Beschäftigungssituation sowie steigende Wohn- und Lebenshaltungskosten in den Ballungsräumen. Hinzu kommt häufig der Wunsch, in einer vertrauten Umgebung mit Familie und Freunden zu wohnen“, sagte Dercks. Auf diese veränderte Lage würden viele Regionen bereits reagieren, indem sie Veranstaltungen für Rückkehrer anbieten und Fachkräfteservicestellen einrichten. „Das geschieht in Ostdeutschland ebenso wie in Bayern oder auch Niedersachsen.“ Das Netzwerk Wachstumsregion Ems-Achse beispielsweise organisiere gemeinsam mit Unternehmen Rückkehreraktionen, sowohl in der Region als auch an Hochschulstandorten in Deutschland.


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