Handseife für 100 Euro versteigert Gesamterlös der Air-Berlin-Insolvenzauktion bleibt geheim

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AFP/dpa/lod Berlin. Rund 15.000 Gebote sind bei der Insolvenzauktion im die Air-Berlin-Artikel eingegangen. Vor allem um Schokoherzen und Servierwagen der insolventen Fluglinie gab es eine Bieterschlacht.

Kiloweise Schokoherzen, Kaffeebecher und Regenponchos mit dem Air-Berlin-Schriftzug, aber auch originale Sitzreihen, Kulturtäschchen und vor allem die Servierwagen aus den Flugzeugen haben es den Bietern angetan.

Bei der ersten Online-Versteigerung für das Inventar der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin haben mehr als 1500 Gegenstände einen Käufer gefunden. Knapp 13.000 Gebote aus 45 Ländern seien bis zum Auktionsschluss Anfang Februar eingegangen, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit. Bei drei weiteren Versteigerungen am vergangenen Wochenende gab es fast 1900 Gebote.

Besonders begehrt bei der Auktion waren die Servierwagen für Geschirr und Getränke. Sie wurden einzeln oder im Set angeboten. Mehrere Tausend Gebote haben Nutzer dafür abgegeben. Die Preisspanne der Gebote nach Auktionsschluss: 490 Euro für einen Trolley bis 23.200 Euro für fünf Stück. Eine Partie Handseife zum Startpreis von 25 Euro hat für hundert Euro den Besitzer gewechselt. Ein Liegestuhl zum Startpreis von 20 Euro fand für 120 Euro einen Käufer, ein Leuchthinweisschild mit dem Startpreis 80 Euro für 460 Euro.

„Enorme Anziehungskraft“

Das hohe Interesse an den Artikeln zeige die „enorme Anziehungskraft“, die Air Berlin für viele Menschen nach wie vor habe, erklärte Flöther. Das hätten auch die Zugriffszahlen während der Versteigerungen gezeigt – der Liegestuhl wurde fast 1500 Mal aufgerufen, das Leuchthinweisschild mehr als 1800 Mal. Eine Tannenbaumkugel mit Air-Berlin-Logo wurde demnach fast 1000 Mal angeklickt.

Die Air-Berlin-Gläubiger kann das große Bieterinteresse freuen, denn der Erlös fließt in die Insolvenzmasse. Nach dem Ende der ersten Versteigerung hatte ihn das Hamburger Auktionshaus Dechow auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Den Gesamterlös darf der Insolvenzverwalter aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht nennen.

Die Fluggesellschaft Air Berlin war 1979 gestartet und hatte Mitte August vergangenen Jahres Insolvenz erklärt. Ende Oktober landete der letzte Air-Berlin-Flieger am Flughafen Tegel.

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