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16.02.2018, 16:23 Uhr VERSICHERER STELLT ZAHLEN VOR

Allianz: Konzern profitiert von Risikoscheu

Kommentar von Manuel Glasfort

Der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Allianz SE, Oliver Bäte, steht vor Beginn der Allianz-Hauptversammlung an seinem Platz auf dem Podium. Foto: dpaDer Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Allianz SE, Oliver Bäte, steht vor Beginn der Allianz-Hauptversammlung an seinem Platz auf dem Podium. Foto: dpa

Osnabrück. Versicherungskonzernen wie der Allianz haftet der Ruf an, konservativ zu sein, ja ein wenig verstaubt. Doch eine gewisse Bodenständigkeit steht einer Branche gut zu Gesicht, die ihre Kunden gegen Risiken absichern soll. Umgekehrt profitieren die Versicherer von der Risikoscheu der Deutschen.

Wenn die Allianz gestern ein solides Zahlenwerk für 2017 vorgelegt hat, liegt das auch am guten Geschäft mit Lebensversicherungen, einer nach wie vor beliebten Anlageform. Die Ansprüche der Deutschen aus Lebensversicherungen streben der Billionenmarke entgegen. Dabei raten Verbraucherschützer längst vom Abschluss solcher Policen ab. Wegen der Zinspolitik der EZB liegt der Garantiezins für Lebensversicherungen inzwischen bei mageren 0,9 Prozent.

Auch die Allianz ist deshalb dazu übergegangen, Lebensversicherungen ohne Garantiezins zu bewerben – mit einigem Erfolg. Die neuen Policen garantieren den Kunden nur die eingezahlten Beiträge, versprechen aber eine höhere Verzinsung, weil die Kundengelder offensiver angelegt werden. Höhere Renditechancen bei begrenztem Risiko? Verbraucherschützer sind skeptisch.

Immerhin: Altkunden der Allianz können beruhigt sein. Anders als bei den Rivalen Ergo und Generali scheint für die Münchner ein Verkauf teurer Altverträge an Dritte derzeit kein Thema zu sein.


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