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15.02.2018, 18:16 Uhr GEWINNE FAST VERDREIFACHT

Airbus-Zahlen: Rückenwind für Enders

Kommentar von Manuel Glasfort

Nachdenklich: Airbus-Chef Tom Enders nach der Pressekonferenz. Foto: AFPNachdenklich: Airbus-Chef Tom Enders nach der Pressekonferenz. Foto: AFP

Osnabrück. Tom Enders geht mit Rückenwind in sein letztes volles Jahr als Airbus-Chef. Das Zahlenwerk, das der Deutsche am Donnerstag vorlegte, kann sich sehen lassen. Der fast verdreifachte Gewinn lässt Anteilseigner jubeln und die Querelen an der Spitze des Luft- und Raumfahrtkonzerns vergessen – fürs Erste zumindest.

Verläuft alles nach Plan, übergibt Enders im Frühjahr kommenden Jahres einen Konzern, der die Großbaustelle Airbus A400M vorläufig abgehakt hat. Die Verträge mit den Käuferstaaten des Militärtransporters sollen noch in diesem Jahr zum Vorteil von Airbus geändert werden. Zudem scheint die Zukunft des anderen Sorgenkindes A380 mit der jüngsten Emirates-Bestellung bis zum Jahr 2025 gesichert.

Die Triebwerksprobleme bei den Mittelstreckenjets dürften aber auch Enders’ Nachfolger noch beschäftigen. Gleiches gilt für die Korruptionsermittlungen, die sich um den Verdacht schwarzer Kassen bei Airbus drehen. Die Ermittlungen hatten zuletzt Rivalitäten im Spitzenmanagement angeheizt. Es ist fraglich, ob mit dem Abgang von Fabrice Brégier, Chef der Zivilflugzeug-Sparte, wieder Ruhe einkehrt. Andere Nachfolgeanwärter werden sich in Stellung bringen.

Enders ist nur zu wünschen, dass ein geschmeidiger Übergang gelingt. Es geht um sein Vermächtnis – und darum, wie schwer sein Nachfolger es haben wird.


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