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13.02.2018, 18:18 Uhr URLAUBSFREUDEN 2018

Bizarres Trio: Türkei, Terror, Tourismus

Kommentar von Uwe Westdörp

Solche Bilder sollen der Vergangenheit angehören: einsamer Urlauber am Strand von Antalya (Szene aus dem Sommer 2016). Foto: dpaSolche Bilder sollen der Vergangenheit angehören: einsamer Urlauber am Strand von Antalya (Szene aus dem Sommer 2016). Foto: dpa

Osnabrück. Terroranschläge und der Putschversuch von 2016 haben die Tourismusbranche in der Türkei hart geroffen. Doch jetzt wollen wieder mehr Urlauber kommen, wie der Reisekonzern Tui berichtet. Passt schon - wenn man nicht so genau hinsieht. Ein Kommentar.

Von Allgäu bis Andalusien, von Flensburg bis Fernost: Immer mehr Deutsche verreisen – s ehr zur Freude der Veranstalter, wie zum Beispiel des weltgrößten Reisekonzerns Tui. Auch die weiteren Aussichten sind gut. Die Weltwirtschaft wächst. Besonders stark sind die Zuwachsraten in Deutschland, wo die Zahl der Beschäftigten Rekordwerte erreicht hat und Millionen sich über steigende Reallöhne freuen können.

Hinzu kommt: Das Geld sitzt locker. Da es keine Zinsen mehr gibt, gönnt man sich was – und schöne Reisen gehören dazu.

Probleme werden da schon mal ausgeblendet. So gerät bereits wieder in Vergessenheit, dass Freiheits- und Menschenrechte in der Türkei oftmals nicht viel zählen und seit dem Putschversuch vom Sommer 2016 Tausende vermeintliche oder tatsächliche Regierungsgegner unter zweifelhaften Anschuldigungen inhaftiert worden sind.

Ungelöst ist auch der blutig ausgetragene Konflikt mit den Kurden; das Grenzgebiet zu Syrien ist Kriegsgebiet. Und natürlich ist die Terrormiliz IS, deren Mörder bereits mehrfach in der Türkei zugeschlagen haben, weiter eine Gefahr.

Viele Touristen kann all das aber nicht erschüttern: Die Türkei-Buchungen nehmen wieder deutlich zu. Zumindest in den Ferienorten fühlen sich die Urlauber einigermaßen sicher – bis zum nächsten Anschlag.