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12.02.2018, 18:09 Uhr RUSSLANDS GAS-RIESE

Gazprom: Nach Alternativen umsehen

Von Manuel Glasfort


Ein Mitarbeiter prüft auf Rügen tonnenschwere Rohre für die zukünftige Ostsee-Erdgastrasse Nord Stream 2. Nord Stream 2 ist eine Tochter des russischen Gazprom-Konzerns. Foto: dpaEin Mitarbeiter prüft auf Rügen tonnenschwere Rohre für die zukünftige Ostsee-Erdgastrasse Nord Stream 2. Nord Stream 2 ist eine Tochter des russischen Gazprom-Konzerns. Foto: dpa

Osnabrück. Wer dieser Tage daheim seine Heizung aufdreht, mag einen stillen Gruß nach Moskau schicken –jedenfalls solange er mit Gas heizt. Die Chancen stehen gut, dass er die warme Wohnung dem russischen Gazprom-Konzern zu verdanken hat. Ein beruhigender Gedanke ist das nicht.

Russland deckt bereits heute ungefähr 40 Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs, Tendenz steigend. Staaten wie die Niederlande, Norwegen und Großbritannien liefern etwas mehr als die Hälfte.

Der Kreml hat den Gaskonzern bereits als Machtmittel eingesetzt. In den 2000er-Jahren drehte Gazprom der Ukraine mehrfach den Hahn zu. Vordergründig ging es um die Preispolitik und unbeglichene Rechnungen, doch es dürfte kein Zufall gewesen sein, dass die Lieferboykotte mit der Annäherung der Ukraine an den Westen zusammenfielen. Deutschland ist nicht so abhängig von russischem Gas wie damals die Ukraine. Und Moskau würde mit einem Lieferstopp auch sich selbst massiv schaden.

Dennoch wäre die Deutschland gut beraten, sich nach anderen Lieferanten umzusehen, auch wegen der Energiewende. Denn um die Schwankungen bei Wind und Sonne auszugleichen, wird Erdgas benötigt – und mit dem avisierten Ausstieg aus der Kohleverstromung eher mehr als weniger.


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