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11.02.2018, 17:24 Uhr UMFRAGE ZU VERPACKUNGSMÜLL

Weniger Verpackungen: Macht doch was ihr wollt!

Kommentar von Erhard Böhmer

Kurze Zeit genutzt: Gerade die Plastiktüten in der Gemüseabteilung landet  schnell in der Mülltonne. Foto: dpaKurze Zeit genutzt: Gerade die Plastiktüten in der Gemüseabteilung landet schnell in der Mülltonne. Foto: dpa

Osnabrück. Die Verbraucher haben genug vom Verpackungsmüll. Das ergab eine Umfrage. Dabei haben sie es längst in der Hand, für Veränderungen zu sorgen.

Die Einsatzzeit der Plastiktüte für die Äpfel aus dem Supermarkt beträgt meist gerade einmal eine Viertelstunde, und schon landet das Ding im Müll. Schokoriegel stecken zusätzlich einzeln verpackt im Plastikbeutel. Und so weiter, die Liste ließe sich schier unendlich fortsetzen.

Schön, dass fast alle Deutschen laut einer Umfrage für eine Reduzierung der Verpackungen plädieren. Allerdings: Die Fehlentwicklungen kommen ja nicht einfach so. Wir alle fördern sie. Und der Trend zum Versandhandel lässt den Verpackungsberg weiter wachsen. Bevor nun jemand auf Spanier und Italiener mit ihrem Hang zur Plastiktüte zeigt: In keinem Land Europas wird pro Kopf so viel Verpackungsabfall produziert wie in Deutschland.

Bis sich etwas grundlegend ändert, wird noch viel Zeit vergehen. Aber es gibt erste Fortschritte: Discounter wie Lidl und Aldi beginnen, den Verpackungsmüll aus Kunststoff zu reduzieren. Zudem plant die EU eine Plastiksteuer. Dadurch dürften Produkte teurer werden. Ob dann immer noch 95 Prozent der Deutschen für eine Reduzierung der Verpackungen sind? Wohl kaum.


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