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09.02.2018, 18:04 Uhr KURZNACHRICHTENDIENST

Twitter macht Gewinn: Ist das die Wende?

Kommentar von Manuel Glasfort

Twittert gern: Donald Trump. Das hat den Rückgang der Nutzerzahlen in den USA nicht verhindert. Foto: AFPTwittert gern: Donald Trump. Das hat den Rückgang der Nutzerzahlen in den USA nicht verhindert. Foto: AFP

Osnabrück. Man hatte schon nicht mehr damit gerechnet: Im Jahr fünf nach dem Börsengang hat Twitter endlich geschafft, einen Gewinn zu erwirtschaften. Die lange Durststrecke beweist, dass auch in der Internetwirtschaft eine gute Idee noch lange kein gutes Geschäft garantiert.

Die positive Nachricht aus Sicht der Anleger: Twitter ist es inzwischen gelungen, Managementfehler der Vergangenheit zu korrigieren und seine Kostenstruktur zu verschlanken. Trotzdem ist es fraglich, ob das nun die lang ersehnte Wende für Twitter ist. Denn zum einen hat das Unternehmen in der langen Zeit der roten Zahlen Langzeitschulden in Höhe von mehr als 1,7 Milliarden Dollar angehäuft. Und eine hohe Schuldenlast kann schnell erdrückend werden, falls die Zinsen deutlich steigen sollten. Zum anderen übt der Kurznachrichtendienst nur auf einen begrenzten Nutzerkreis einen Reiz aus, nämlich für Menschen mit ausgeprägtem Mitteilungs- oder Informationsbedürfnis. Selbst die Twitter-Salven des US-Präsidenten haben einen Rückgang der Nutzerzahlen auf dem Heimatmarkt nicht verhindert.

Wird Twitter also langfristig verschwinden? Vermutlich nicht. Denkbar ist aber, dass der Dienst von einem Rivalen aus der Tech-Welt geschluckt wird, der weiß, wie man Geld verdient.


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