Hoving+Hellmich aus Osnabrück Stahlbauer können auch Emotionen wecken

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mey Osnabrück. Wer bei Stahlbau nur an kühle Zweckonstruktionen denkt, liegt falsch. Der Osnabrücker Stahlbauer Hoving+Hellmich beweist oft genug das Gegenteil.

Stahlbau klingt nach Nüchternheit und Zweckmäßígkeit. Dabei können Gebäude aus Stahl durchaus Emotionen wecken, etwa beim Autokauf. Lothar Hellmich (68) weiß das. Er ist Haupteigentümer des Osnabrücker Unternehmens Hoving+Hellmich, das sich seit 1983 mit Stahlbau befasst. Angefangen hat Hellmich damals zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Jan Hoving als Kleinunternehmer. Heute beschäftigt seine Firma 46 Männer und Frauen, darunter Konstrukteure, Projektleiter, Ingenieure und Monteure, sowie drei Auszubildende.

 

Ob schlichte Lagerhalle, indiviuelles Bürogebäude oder modernes Autohaus: Das Spektrum der realisierten Bauprojekte von Hoving + Hellmich ist breit. Es umfasst zum Beispiel Teile der Nordtribüne des Stadions, in dem der VfL Osnabrück seine Heimspiele austrägt. Dafür hat das Unternehmen Dach, Fassade und Stahlträger gefertigt und montiert.

15 Millionen Euro Jahresumsatz

 

„Absolute Termintreue“ antwortet Lothar Hellmich, wenn er nach den Stärken seiner Firma gefragt wird. Sein Sohn Gerrit, der sie als Prokurist zusammen mit Geschäftsführer Christoph Nieters in zweiter Generation leitet, fügt hinzu, dass Hoving+Hellmich seinen Kunden „überall hin“ folge. Deshalb seien auch schon Projekte in Dresden, Leipzig oder Augsburg realisiert worden. Den Großteil seines Jahresumsatzes von zuletzt 15 Millionen Euro (2017) erziele das Unternehmen aber mit Auftraggebern im Raum Osnabrück.

 

Zu letzteren gehört der Futtermittelhersteller Deuka, der am Mittellandkanal in Bramsche-Achmer einen das Landschaftsbild prägenden Siloturm betreibt. Dafür entwickelte, fertigte und lieferte Hoving+Hellmich 2017 die Stahlbaukonstruktion für eine neue Abluftanlage. Dadurch wuchs der Turm von zuvor 41 auf 60 Meter an. Nicht nur die Arbeit in so luftiger Höhe war eine Herausforderung, sondern vor allem die Anforderung, dass die Konstruktion besonders leicht sein musste. Aus Sicht von Deuka-Geschäftsführer Ulrich Arning sprach der Faktor Erfahrung für eine Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Stahlbauer. Sie habe Deuka „sehr geholfen, unsere klaren Vorstellungen und den Zeitplan für das Bauvorhaben zu erfüllen.“

 

Auch öffentliche Aufträge stehen bei Hoving+Hellmich in den Büchern und sorgen mit für einen insgesamt stetig gestiegenen Umsatz.  Wer mit der Bahn nach Münster will, bleibt auf Gleis 1 am Osnabrücker Hauptbahnhof trocken unter einer Überdachung, die das Unternehmen aus Atter geliefert hat. 2017 bautr es eine neue Halle für die Judokas von Blau Weiß Hollage im Auftrag der Gemeinde Wallenhorst. Auch die neue Feuerwache in Bad Rothenfelde wurde von Hoving+Hellmich-Fachleuten errichtet.

Auszubildende gesucht

Zurück zur Emotion: Ford-Store nennt sich hierzulande das Flaggschiff unter den Autohäusern der US-Marke. Den einzigen Ford-Store Nordwestdeutschlands hat Hoving + Hellmich in Osnabrück errichtet und zudem Aufträge für Porsche-Häuser in Oldenburg und Osnabrück abgewickelt. Der eine Autohändler wolle Schirmstützen, der andere konische Stützen und wieder ein anderer „überall Löcher“ in den Stahlstützen, berichtet Lothar Hellmich über die Sonderwünsche seiner Kundschaft. Diese würden selbstverständlich erfüllt.

 

In der Produktionshalle bei Hoving+Hellmich fliegen daher reichlich Funken, und es ist viel körperliche Arbeit nötig. Auszubildende dafür zu finden, etwa zum Konstruktionsmechaniker (was früher Schlosser hieß), sei schwierig, sagt Geschäftsführer Nieters. Bis zu  vier solcher jungen Leute würde das Unternehmen sofort einstellen. Es investiert aber auch in neue Technik, die das Arbeiten dort erleichtert. So wurde 2017 für rund 200 000 Euro eine neue Plasma-Anlage angeschafft zur automatischen und präzisen Bearbeitung von Bauteilen aus Stahl.

 

 

 


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