Befürchtete Panik bleibt aus Dax rutscht nach Wall-Street-Einbruch ab

Von dpa

Den „größten Punktabfall aller Zeiten für den Dow Jones“ verkündet dieser Fernseher an der New Yorker Börse. Foto: dpaDen „größten Punktabfall aller Zeiten für den Dow Jones“ verkündet dieser Fernseher an der New Yorker Börse. Foto: dpa

Frankfurt/New York. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben angesichts der Turbulenzen am US-Aktienmarkt endgültig kalte Füße bekommen. Zwar kam es am Dienstag nicht zum befürchteten freien Fall. Der Dax beschleunigte seine jüngste Talfahrt aber.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Dienstag von der Panik an der Wall Street nicht anstecken lassen. Der zwischenzeitlich befürchtete freie Fall unter die Marke von 12 000 Punkten blieb dem Dax erspart. Der deutsche Leitindex schloss 2,32 Prozent tiefer mit 12392,66 Punkten. Der deutsche Aktienmarkt schlug sich damit auch besser als die asiatischen Börsen. Seit seinem Rekordhoch bei 13596 Punkten vor zwei Wochen hat der Dax nun fast 9 Prozent eingebüßt.

In der zweiten Reihe gab es ebenfalls deutliche, aber keinesfalls drastische Verluste. Für die mittelgroßen Werte im M-Dax ging es im Schnitt um 1,74 Prozent auf 25 265,12 Punkte bergab. Der TecDax der Technologiewerte büßte 2,68 Prozent auf 2485,16 Zähler ein. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 betrug der Kursverlust am Mittag knapp 2 Prozent. Der Euro entwickelte sich relativ stabil.

„Investoren behalten die Nerven“, meinte Daniel Saurenz von Feingold Research. Zeitweilig hatte es beim Dax nach einem Minus von bis zu 8 Prozent ausgesehen, nachdem Anleger am Vorabend in New York schlagartig die Flucht aus Aktien ergriffen hatten. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial war zeitweise um fast 1600 Zähler abgesackt. Als Grund dafür gilt die Sorge, dass die Zinsen schneller steigen als bislang erwartet, was Aktien weniger attraktiv gegenüber Anleihen machen würde und viele Investoren aus dem Aktienmarkt treiben könnte.

Nach Meinung der Nord/LB müssen die Anleger in Europa nun weiter in Richtung USA blicken. „New York ist noch immer das pulsierende Herz der globalen Finanzmärkte und bestimmt somit Wohl und Wehe an den internationalen Börsen“, sagte Analyst Tobias Basse. Gespannt wurde deshalb darauf gewartet, wie die Wall Street nach dem Absturz zum Wochenauftakt am Nachmittag in den Handel zurückkehren würde. Basse rechnete damit, dass der aktuelle „Winterschlussverkauf“ Schnäppchenjäger bei Investoren anziehen wird.

Nach einem schwachen Start drehten die wichtigsten US-Indizes denn gestern auch rasch ins Plus und legten zuletzt sogar wieder deutlicher zu. Insgesamt verlief der Handel an der Wall Street aber immer noch sehr schwankungsreich, die Nervosität blieb sehr hoch.

Andere Experten tun sich derweil schwer, vernünftige Gründe für die Intensität der Verluste in New York zu finden. Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel sprach am Morgen von „irrationalen Bewegungen“. Er betonte aber, dass eine übergeordnete Aufwärtsbewegung seit 2009 beim Dax noch immer intakt sei. Seit seinem vor zwei Wochen erreichten Rekordhoch hat der Leitindex aber mittlerweile mehr als 8 Prozent an Wert verloren.

Der größte Verlierer im Dax war am Dienstag nach einem trüben Geschäftsjahr das Papier von Munich Re mit einem Minus von mehr als 5 Prozent. Naturkatastrophen haben dem weltgrößten Rückversicherer einen noch herberen Gewinneinbruch eingebrockt als zunächst gedacht.

Unter den Dax-Werten lag bei Handelsschluss kein einziger Wert im positiven Bereich. Am geringsten verlor die Deutsche Post mit einem Minus von 0,1 Prozent.