O‘Leary provoziert Piloten Streit bei Ryanair: Wer macht sich hier lächerlich?

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Ryanair-Chef Michael O’Leary. Foto: dpaRyanair-Chef Michael O’Leary. Foto: dpa

Osnabrück. Europas größter Billigflieger Ryanair rechnet mit weiteren Streiks seiner Piloten. Man werde den „lächerlichen Forderungen“ der Gewerkschaften nicht nachgeben, sagte Michael O’Leary. Doch klar ist auch: Der großspurige Ryanair-Chef kann längst nicht immer alles halten, was wer verspricht. Ein Kommentar.

Ryanair-Chef Michael O‘Leary kann es nicht lassen. Wieder einmal provoziert er seine wichtigsten Mitarbeiter: die Piloten. Deren Forderungen seien lächerlich. Ist das wirklich so? Oder ist es nicht O‘Leary selbst, der sich hier lächerlich macht?

Eher werde die Hölle mit Eis überzogen sein, als dass man mit Gewerkschaften verhandele, hatte O‘Leary noch im September vergangenen Jahres getönt. Doch dann setzte er sich in Irland und Großbritannien doch mit Gewerkschaftern an einen Tisch, weil dem Unternehmen durch Streiks und Flugausfälle massive Schäden drohten. Damit ist ein Stein ins Rollen gekommen, den der Ryanair-Chef nicht mehr wird stoppen können.

Dies gilt umso mehr, als die Gewinne der Billigairline sprudeln und mit Air Berlin ein wichtiger Konkurrent vom Markt verschwunden ist. Wann, wenn nicht jetzt, sollten die Beschäftigten der Fluggesellschaft ihre Chance nutzen, endlich eine faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen?

Im Übrigen gilt auch für die boomende Luftfahrt, dass die Konkurrenz um qualifizierte Mitarbeiter immer härter wird. O‘Leary wird deshalb weitere Zugeständnisse machen müssen – allen großen Tönen zum Trotz.


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