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01.02.2018, 18:33 Uhr KOMMENTAR

Kleine Firmen und Amazon: Zweckpartnerschaft

Kommentar von Nina Kallmeier

Das Logistiknetz von Amazon ist ein Vorteil für kleine Händler und Hersteller. Foto: dpaDas Logistiknetz von Amazon ist ein Vorteil für kleine Händler und Hersteller. Foto: dpa

Kleine und mittlere Handelsunternehmen haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2,1Milliarden Euro über Amazon exportiert. Wie der Online-Riese gestern weiter mitteilte, nutzen Zehntausende deutsche Firmen die Plattform Amazon Marketplace. Ein Kommentar.

Der Online-Handel boomt. Doch nicht jeder Händler oder Hersteller kann dabei ausschließlich auf seine eigene Präsenz im Netz setzen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die sich im Haifischbecken des E-Commerce behaupten wollen, nutzen einen Partner als Baustein für ihre Online-Strategie: den Tech-Riesen Amazon.

Das hat gute Gründe: Die stark frequentierte Plattform beschert ihnen zusätzliche Reichweite und Sichtbarkeit. Und auch durch sein Logistiknetz im In- und Ausland kann der Branchenriese unterstützen. Das ermöglicht einen Fokus auf die jeweilige Kernkompetenz und spart Kosten. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe ist das aber nicht. Doch eine echte Alternative zum Partner Amazon ist kaum zu finden. So verfügt Ebay über kein Logistiknetz.

Die Vorzüge von Amazon haben ihren Preis, denn bei jedem Verkauf wird mitkassiert. Das drückt die Gewinnmargen im ohnehin preisgetriebenen Online-Geschäft.

Das Unternehmen Birkenstock hat zuletzt mit der Meldung für Aufsehen gesorgt, Amazon zu boykottieren und nicht mehr direkt über die Plattform zu verkaufen. Weil nicht energisch genug gegen Produktpiraterie vorgegangen werde. Als Weltmarke kann man sich das leisten. Auf Reichweite und Logistik ist das Unternehmen – anders als die kleineren – nicht angewiesen.


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