E-Commerce Kleine Händler exportieren viel über Amazon

Von Manuel Glasfort

Der Versandriese Amazon bietet auch anderen Händlern die Möglichkeit, seine Plattform zu nutzen. Foto: AFPDer Versandriese Amazon bietet auch anderen Händlern die Möglichkeit, seine Plattform zu nutzen. Foto: AFP

Osnabrück. Kleine und mittlere Handelsunternehmen haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2,1 Milliarden Euro über Amazon exportiert. Wie der Online-Riese gestern weiter mitteilte, nutzen Zehntausende deutsche Firmen die Plattform Amazon Marketplace. 70 Prozent dieser kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) exportierten ihre Produkte an Kunden in anderen Ländern, hieß es.

„Das Internet macht es möglich, mit nur wenigen Mausklicks neue Kunden über Ländergrenzen hinweg zu gewinnen“, sagte Markus Schöberl, verantwortlich für Amazon Verkäufer Services in Deutschland, laut Mitteilung. Der Konzern biete den Unternehmen Vertriebs-, Vermarktungs- und Lieferlösungen für den Export, hieß es weiter. So könnten die Unternehmen ihr Geschäft erweitern, neue Arbeitsplätze schaffen und die deutsche Wirtschaft ankurbeln.

Auch vom Handelsverband Deutschland (HDE) werden die Vorzüge des Modells gelobt. „Online-Plattformen sind eine große Chance für kleine und mittelständische Händler, ohne größeren Aufwand im Internet aktiv zu sein“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth auf Anfrage. „Der Aufbau und Betrieb eines eigenen Online-Shops ist für viele Kleinunternehmen schlicht zu teuer und zu aufwendig.“

Kritischer reagierte der Ökonom und E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein auf die Amazon-Zahlen. „Mindestens 50 Prozent dieses angegebenen Exportvolumens erklärt sich alleine aus den Ausfuhren, die nach Österreich und in die Schweiz gehen. Dort gibt es nämlich keine Amazon-Niederlassung“, sagte Heinemann. Die Zahlen seien mit Vorsicht zu genießen.

Nach Angaben von Heinemann kommen 53 Prozent der Artikel, die über Amazon Marketplace verkauft werden, von ausländischen Anbietern. „Das Importvolumen auf dem Amazon Marktplatz liegt geschätzt bei über fünf Milliarden Euro. Das heißt, dass mehr als doppelt so viel importiert wie exportiert wird.“

Nach Angaben von Heinemann kommen 53 Prozent der Artikel, die über Amazon Marketplace verkauft werden, von ausländischen Anbietern. „Das Importvolumen auf dem Amazon Marktplatz liegt geschätzt bei über fünf Milliarden Euro. Das heißt, dass mehr als doppelt so viel importiert wie exportiert wird.“ Der Ökonom rät Händlern dazu, ihre Waren über Ebay zu verkaufen. Die Exportaussichten seien auf der Auktionsplattform viel größer, weil Ebay weltweit aktiv sei, Amazon aber nur in rund einem Dutzend Ländern.

Gerade für kleine und mittlere Firmen sei es gefährlich, über Amazon zu verkaufen. „Denn dort findet sich ein sehr unausgewogenes Machtverhältnis, das auch oft ausgenutzt wird.“