Medienbericht über C&A-Verkauf „Spiegel Online“: Mettinger Modekette C&A soll nach China gehen

Das Logo von C&A, hier an einer Filiale in Düsseldorf. Laut „Spiegel Online“ erwägen die Eigentümer einen Verkauf des Unternehmens. Foto: dpaDas Logo von C&A, hier an einer Filiale in Düsseldorf. Laut „Spiegel Online“ erwägen die Eigentümer einen Verkauf des Unternehmens. Foto: dpa

Osnabrück. Laut Meldungen des Nachrichtenportals „Spiegel Online“ plant der Eigentümer der Modekette C&A aus dem westfälischen Mettingen, die Familie Brenninkmeijer, einen Verkauf des Unternehmens. Die Interessenten sollen aus China stammen.

„Spiegel Online“ beruft sich in seinem Bericht vom Sonntagnachmittag über die Verkaufspläne der Familie Brenninkmeijer auf Insiderkreise. Demnach sollen die Interessenten aus China stammen, angeblich stehe der Handel kurz vor dem Abschluss.

Weder bestätigt noch dementiert

Auf Nachfrage, so „Spiegel Online“ weiter, habe das Unternehmen diese Informationen „weder bestätigen noch dementieren“ wollen. Das Online-Portal zitiert eine schriftliche Antwort der Cofra-Holding AG, Mutter der Textilkette mit Sitz in der Schweiz: „Der andauernde Umbau von C&A beinhaltet auch das Ausloten verschiedener Wege, um in Wachstumsmärkten wie China und im Digitalen Fahrt aufzunehmen und kann potentiell auch Partnerschaften und andere Arten von zusätzlichen, externen Beteiligungen beinhalten.“ Weiter heiße es in dem Schreiben: „Daher hat jede C&A-Region Möglichkeiten der Expansion mit einer Reihe von Parteien sondiert und wird das auch weiterhin, im Rahmen der Transformationsstrategie, tun.“

Verschwiegene Eigentümer

Die Eigentümer der Cofra-Holding, die niederländische Familie Brenninkmejer mit deutschen Wurzeln, gilt als außerordentlich zurückhaltend und taucht wenig in der Öffentlichkeit auf. Experten schätzen das Vermögen der weitverzweigten katholischen Großfamilie auf mehr als 20 Milliarden Euro, manche sprechen auch von 25 Milliarden. Unter dem Dach der Cofra-Holding laufen die verschiedenen geschäftlichen Aktivitäten zusammen.

Vom Konfektionsgeschäft zur Modekette

Die Wurzeln des Textilunternehmens C&A reichen weit zurück: Im Jahr 1841 hatten die gebürtigen Mettinger Brüder Clemens und August Brenninkmeyer im niederländischen Sneek ihr erstes Konfektionsgeschäft eröffnet – C&A, eine Abkürzung der beiden Vornamen, war geboren. Mittlerweile umfasst die Kette laut „Spiegel Online“ ein Netz von 1500 Filialen in 18 Ländern Europas mit rund 35.000 Mitarbeitern.

Textilriesen unter Druck

Als Familienunternehmen – und zudem noch als sehr verschwiegenes – sind Informationen über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens rar. Im Geschäftsjahr 2016/17 lag der Umsatz laut Medienberichten bei 2,6 Milliarden Euro. Wie andere Textilriesen auch steht C&A unter Druck – zum einen durch direkte Konkurrenz, etwa durch Modeketten wie H&M, Primark oder TKMaxx, aber auch durch die Abwanderung der Käufer ins Internet, Stichwort Zalando, Amazon und Co.

Neuer Chef, neue Strategie?

Im August 2017 übernahm Alain Caparros, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Rewe-Group, das Europa-Geschäft des Bekleidungsunternehmens. Den Posten hatte seit 2015 Philippe Brenninkmeijer und nach ihm seit Mitte 2017 als Interimschef Edward Brenninkmeijer inne.

Mit Caparros steht nun erstmals ein Manager an der C&A-Spitze, der nicht Mitglied des Familienclans ist. Martijn Brenninkmeijer, CEO der Cofra-Holding, hatte anlässlich des Antritts von Caparros gesagt: „Wir glauben, dass wir in Alain Caparros die richtige Führungskraft für C&A gefunden haben, um sicherzustellen, dass die Umwandlung von C&A Europe, die bereits erste Erfolge erzielt hat, weiter wächst und optimiert wird, um ein stärkeres Geschäft für die Zukunft zu schaffen.“

Nicht wenige erwarteten nun einen Kulturwandel des Unternehmens, um die Herausforderungen des sich durch die Digitalisierung wandelnden Marktes zu bestehen.


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