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12.01.2018, 19:57 Uhr SEUCHENGEFAHR

Schweinepest: Bauern in Alarmstimmung

Kommentar von Manuel Glasfort

Wildschweine sollen intensiver bejagt werden. Das fordert der Bauernverband. Grund ist die näher rückende Afrikanische Schweinepest. Foto: dpaWildschweine sollen intensiver bejagt werden. Das fordert der Bauernverband. Grund ist die näher rückende Afrikanische Schweinepest. Foto: dpa

Osnabrück. Die näher rückende Afrikanische Schweinepest versetzt die deutschen Bauern in Alarmstimmung. Das beweist der Appell an Jäger und Politik, die Wildschweinbestände radikal zu reduzieren. Tatsächlich spricht nicht nur die Seuchengefahr dafür, den Schwarzkitteln intensiver zu Leibe zu rücken.

Die Landwirte haben allen Grund zur Sorge. Die Wildschweindichte ist hierzulande hoch. Überquert der Erreger einmal die deutsche Grenze, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Nutztierbestände angesteckt werden. Den Schweinezüchtern droht dann ein gigantischer wirtschaftlicher Schaden. Ganz unabhängig von der Seuchengefahr wäre mancher Landwirt die Wildschweine gerne los, können sie doch große Schäden auf den Feldern anrichten.

Auf ebendiesen Feldern findet sich auch ein Grund für die Schwarzwildschwemme: Der vermehrte Anbau von Mais und Raps hat die Population explodieren lassen. Ein Indiz dafür: Im Jagdjahr 1995/96 wurden bundesweit rund 254000 Tiere erlegt, zuletzt waren es etwa 611000.

Wildschweine sind scheue Tiere, die sich nur selten bei Tageslicht blicken lassen und Jäger vor Herausforderungen stellen. Wenn die Abschusszahlen steigen sollen, müssen Bauern und Politik Hilfestellung leisten. Das fängt beim Anlegen von Schussschneisen an und hört bei der Ausweitung der Jagdzeiten noch nicht auf.


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