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Abgeltungssteuer für Zinserträge Sondierungsergebnis: Was Sparer zu erwarten haben

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Wer an der Börse aktiv ist und Geld in Aktien oder Aktienfonds angelegt hat, für den wird sich bei der Besteuerung vermutlich nichts ändern. Foto: dpaWer an der Börse aktiv ist und Geld in Aktien oder Aktienfonds angelegt hat, für den wird sich bei der Besteuerung vermutlich nichts ändern. Foto: dpa

Osnabrück. Die SPD war mit der Forderung nach einer Abschaffung der Abgeltungssteuer in den Wahlkampf gezogen. Worauf sich Sparer und Anleger nach dem Ende der Sondierungen mit der Union jetzt einstellen müssen.

Nach dem Abschluss der Sondierungen von Union und SPD müssen sich Sparer auf ein Ende der Abgeltungssteuer einstellen. Zinseinkünfte sollen zukünftig wieder nach dem individuellen Steuersatz versteuert werden. Für Aktionäre soll hingegen alles beim Alten bleiben. Das bedeutet, dass für Dividenden und Gewinne beim Verkauf von Aktien weiterhin die Abgeltungsteuer von 25 Prozent anfällt. Das teilten die CDU-Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg und Ralph Brinkhaus mit.

„Dividenden werden bereits auf Unternehmensebene besteuert. Deshalb bleibt es bei der Abgeltung“, sagte Middelberg. Auch Gewinne beim Verkauf von Aktien sollen weiterhin der Abgeltungssteuer unterliegen, wie CDU-Finanzpolitiker Brinkhaus mitteilte. Er hatte an den Sondierungsgesprächen teilgenommen. Brinkhaus sagte: „Eine Abschaffung der Abgeltungsteuer auf Dividenden und Veräußerungsgewinne hätte aufwändige Änderungen an der Besteuerung von Kapitalgesellschaften erfordert. Ansonsten würde es dort zu Doppelbesteuerungen kommen.“

Aus für Abgeltungsteuer

Union und SPD hatten sich aber auf eine Abschaffung der Abgeltungssteuer für Zinserträge geeinigt. Middelberg betonte: „Die Abgeltungssteuer wird erst abgeschafft, wenn der automatische Informationsaustausch über Konten auch tatsächlich funktioniert.“

Allerdings dürfte eine Neuregelung nur wenige Sparer treffen. Denn der Sparerpauschbetrag stellt Kapitalerträge bis 801 Euro für Ledige steuerfrei. Bei den aktuellen Niedrigzinsen sind schon große Beträge erforderlich, um diese Summe zu überschreiten. Wer beispielsweise auf sein Festgeld einen Zinssatz von 0,5 Prozent erhält, muss schon 160200 Euro angelegt haben, um den Sparerpauschbetrag voll auszuschöpfen.

Die Abgeltungssteuer war 2009 eingeführt worden, um alle Arten von Kapitaleinkünften einheitlich zu besteuern. Zuletzt waren die Einnahmen des Fiskus aus der Abgeltungsteuer stark gesunken.

Die SPD hatte sich im Wahlkampf für eine vollständige Abschaffung der Abgeltungssteuer und eine Rückkehr zur individuellen Besteuerung eingesetzt. Brinkhaus sagte dazu: „Die Abgeltungsteuer ist effizienter als ihr Ruf. Eine Umstellung ist aufwändig. Man hätte sie daher durchaus fortführen können. Der SPD war die Abschaffung aber wichtig. Der Kompromiss war, die Abgeltungsteuer auf Zinsen im Zuge der Etablierung des automatischen Informationsaustauschs abzuschaffen.“

Kritik an der Entscheidung kam von den deutschen Banken. Der Dachverband Deutsche Kreditwirtschaft teilte mit: „Ein Nebeneinander von Regelbesteuerung von Zinsen und der Abgeltungsteuer für

Dividendeneinkünfte führt zu weiteren Problemen beim

Kapitalertragsteuerabzug und erhöht die Komplexität des

Steuersystems.“


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