Warnung an die IG Metall „Kein überreizter Tarifabschluss“

Unterstützten die Tarifverhandlungen in Böblingen: Beschäftigte der Firma Sauter Feinmechanik am Donnerstag in Metzingen. Foto: dpaUnterstützten die Tarifverhandlungen in Böblingen: Beschäftigte der Firma Sauter Feinmechanik am Donnerstag in Metzingen. Foto: dpa

Osnabrück. Im Zusammenhang mit den seit Tagen laufenden Warnstreiks in der Metallindustrie hat der CDU-Wirtschaftsrat die IG Metall zur Besonnenheit aufgerufen.

Der CDU-Wirtschaftsrat hat die IG Metall , die in der aktuellen Tarifrunde sechs Prozent mehr Geld und die Option auf eine 28-Stunde-Woche fordert, zur Besonnenheit aufgerufen. „Wir können nicht alle immer weniger arbeiten und immer mehr verdienen“, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger im Gespräch mit unserer Redaktion.

In Zeiten des Fachkräftemangels die Arbeitszeit massiv zu verkürzen schade nicht nur den Betrieben direkt, sondern der gesamten Volkswirtschaft. „Die Metall- und Elektroindustrie ist die größte Industriebranche, die nicht ins Stottern kommen darf durch einen überreizten Tarifabschluss“ , warnte Steiger angesichts laufender Warnstreiks.

Große Lohnsprünge bei gleichzeitiger Arbeitszeitverkürzung hätten die deutsche Metall- und Elektroindustrie bereits Anfang der 90er-Jahre in eine tiefe Krise gestürzt. „Daraus hat die IG Metall leider nichts gelernt“, kritisierte Steiger.

Unterdessen haben sich begleitet von Warnstreiks Arbeitgeber und Gewerkschaft in Baden-Württemberg zur dritten Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie getroffen. Zum Auftakt verlangten am Donnerstag in Böblingen bei Stuttgart beide Verhandlungsführer von ihrem jeweiligen Gesprächspartner, sich zu bewegen.

„Wir erwarten heute, dass die Arbeitgeber einen deutlichen Schritt nach vorne machen“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. „Wir erwarten, dass die IG Metall heute auf uns zugeht und uns auch Möglichkeiten aufzeigt, wie wir Arbeitsvolumen nach oben bringen können“, entgegnete Südwestmetall-Chef Stefan Wolf.

Die Warnstreiks der Metaller in Norddeutschland haben Zulauf: Nach rund 10800 Beschäftigten, die am Donnerstag vorübergehend ihre Arbeit in rund 40 Betrieben niederlegten, hat die IG Metall für diesen Freitag erneut Tausende zum Ausstand in den fünf norddeutschen Küstenländern aufgerufen. In 70 Betrieben soll dann die Arbeit zeitweise ruhen, mancherorts mit Kundgebungen vor den Werkstoren, wie die IG Metall Küste mitteilte. (Mit dpa)


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