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10.01.2018, 18:30 Uhr KOMMENTAR

Möbelindustrie: Inland nicht aus den Augen verlieren

Kommentar von Nina Kallmeier

Zuwächse verzeichnet die deutsche Möbelindustrie für 2017 nicht. Für das laufende Geschäftsjahr ist die Branche vorsichtig optimistisch. Foto: dpaZuwächse verzeichnet die deutsche Möbelindustrie für 2017 nicht. Für das laufende Geschäftsjahr ist die Branche vorsichtig optimistisch. Foto: dpa

Für die ersten zehn Monate 2017 liegen die Umsätze der Möbelindustrie noch leicht im Minus, auf das Gesamtjahr gesehen, rechnet Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), jedoch damit, dass der Rekordumsatz aus 2016 gehalten werden kann. Während der Umsatz im Inland mit einem Prozent im Minus liegt, kann ein Zuwachs im Auslandsgeschäft die Verluste ausgleichen. Die aktuellen Zahlen stellte der VDM zusammen mit dem Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) im Vorfeld der Leitmesse imm Cologne vor.

Die Möbelindustrie hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Nach den vielen Meldungen über Umsatzrekorde anderer Branchen und boomende Konjunktur ist das aber noch kein Grund zur Panik – auch wenn sich Insolvenzen und Zusammenschlüsse in der Branche zuletzt gehäuft haben.

Wichtig ist, die Herausforderungen zu erkennen und ihnen zu begegnen. Dazu gehört auch, dass der Fokus der Branche nicht nur auf dem Exportmarkt, sondern auch auf der Belebung des Inlandsgeschäfts liegen sollte. Wenn rund zwei Drittel der in Deutschland verkauften Möbelstücke importiert werden, sollte das den hiesigen Herstellern zu denken geben. Und die Frage liegt nahe, ob der Trend sich fortsetzt und sich Umsätze noch stärker in Richtung Importmarkt verschieben. Auch wenn die Möbelindustrie betont, mit dem Exportgeschäft fehlende Inlandsumsätze ausgleichen zu können, ausschließlich darauf verlassen sollten sich die Hersteller nicht.

Denn sie konkurrieren beim Kunden mit anderen „Luxusgütern“ – im In- und Ausland. Solange Konjunktur und Beschäftigungszahlen stimmen, sitzt das Portemonnaie lockerer. Das Konjunkturhoch wird nicht ewig anhalten. Bis dahin sollte auch die Kundschaft vor Ort wieder größeres Interesse an Möbeln „Made in Germany“ haben.


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