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05.01.2018, 17:58 Uhr INNERDEUTSCHER FLUGVERKEHR

Easyjet: Segensreicher Wettbewerb

Kommentar von Manuel Glasfort

Konkurrenten am Himmel über Deutschland: Der britische Billigflieger Easyjet rivalisiert mit der Lufthansa. Foto: dpaKonkurrenten am Himmel über Deutschland: Der britische Billigflieger Easyjet rivalisiert mit der Lufthansa. Foto: dpa

Osnabrück. Der Einstieg von Easyjet in den innerdeutschen Flugverkehr ist ein Hoffnungsschimmer für die Passagiere. Der gestrige Erstflug von Berlin-Tegel nach München dürfte den Anfang vom Ende überhöhter Ticketpreise markieren.

Die Insolvenz von Air Berlin hatte der Lufthansa de facto ein Monopol auf Inlandsverbindungen beschert, was die Kranichlinie zum Ärger von Kunden wie Kartellwächtern weidlich ausnutzte. Erst jetzt, nach gut zwei Monaten, können Fluggäste zumindest auf den wichtigen Strecken von Berlin nach München, Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt endlich wieder zwischen zwei Anbietern wählen. Weitere Routen sollen folgen.

Der Fall Air Berlin bietet Anschauungsmaterial für die segensreiche Wirkung des Wettbewerbs. Was wäre geschehen, hätte sich die Lufthansa die komplette Insolvenzmasse einverleibt? Dauerhaft hohe Preise wären die Folge gewesen. Es ist deshalb ein Glück, dass Easyjet die rund zwei Dutzend Air-Berlin-Maschinen samt Start- und Landerechten übernehmen durfte.

Für die Lufthansa könnte die Lage auf ihrem Heimatmarkt auf lange Sicht ungemütlicher werden, als sie es zu Air-Berlin-Zeiten war. Denn anders als die frühere deutsche Nummer zwei versteht sich Easyjet aufs Geldverdienen. Die Briten arbeiten dank ihrer schlanken Kostenstruktur seit Jahren profitabel.


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