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04.01.2018, 17:45 Uhr KOMMENTAR ZU TESLA

Think big: Genie und Wahnsinn des Elon Musk

Kommentar von Katharina Ritzer

Tesla-Chef Elon Musk lässt sich gerne feiern. In der stockenden Produktion des Models 3 sehen manche nun schon eine Götterdämmerung. Foto: dpaTesla-Chef Elon Musk lässt sich gerne feiern. In der stockenden Produktion des Models 3 sehen manche nun schon eine Götterdämmerung. Foto: dpa

Osnabrück. Eigentlich wollte Tesla mit seinem Model 3, dem ersten elektrischen Mittelklassewagen, den Massenmarkt erobern. Doch die Produktion stockt. Manche sehen deshalb Elon Musks Image des genialen Machers beschädigt. Zu Unrecht, findet unsere Kommentatorin.

Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich eng beinander. Und so umweht viele große Erfinder oder Unternehmer neben Ruhm und Erfolg auch ein Hauch (Größen-)Wahn. Aber wer wollte Henry Ford oder Steve Jobs oder Bill Gates ihre Verdienste um die technische Entwicklung absprechen?

In dieser Reihe sieht sich auch Elon Musk, der als Zwölfjähriger sein erstes selbst programmiertes Computerspiel namens „Blastar“ für 500 Dollar vertickt und später mit seinem Bruder die Internetfirma „Zip2“ aufgebaut und für 307 Millionen Dollar an den Computerhersteller Compaq verkauft hat – damals die höchste je für ein Internetunternehmen gezahlte Summe. Ob sich Musk nun mit Tesla und seiner Idee der Elektromobilität für die Massen verzockt hat, ist noch nicht entschieden. Derzeit verbrennt Tesla für den Aufbau der Volumenproduktion für das Model 3 noch 480.000 Dollar – pro Stunde, wohlgemerkt.

Aber selbst wenn Tesla niemals Geld verdienen sollte, so bleiben die Verdienste um die Elektromobilität. Ohne Tesla wären die Giganten wie VW, Ford, GM oder Mercedes niemals so schnell aus ihrem Dämmerschlaf in Sachen Stromautos erwacht. Und Elon Musk? Der träumt schon weiter, von Raumfahrt für jedermann und Hochgeschwindigkeitsröhren, die die großen Städte verbinden. Genie und Wahnsinn eben.


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