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03.01.2018, 18:11 Uhr ZUSCHÜSSE KAUM GEFRAGT

Elektroautos: Weg mit der Kaufprämie

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Strom statt Benzin oder Diesel wird hier getankt. Die Förderung von Elektroautos entpuppt sich als schwierig. Foto: dpaStrom statt Benzin oder Diesel wird hier getankt. Die Förderung von Elektroautos entpuppt sich als schwierig. Foto: dpa

Osnabrück. Die Kaufprämie für E-Autos floppt. Mit 600 Millionen Euro wollte der Bund den Absatz von Stromern und Hybriden ankurbeln, doch die Nachfrage bleibt mau. Längst verabschiedet hat sich die Bundesregierung denn auch von der vollmundigen Ankündigung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Zeit, die Förderung neu auszurichten – und die Kaufprämien zu streichen.

Die üppigen Zuschüsse für E-Autos waren ein ordnungspolitischer Sündenfall. Warum sollte der Staat besser wissen als die Ingenieure bei VW, Daimler und BMW, wie die Zukunft der Mobilität aussieht? Und wieso sollten die Steuerzahler de facto Konzerne subventionieren, die ohnehin hochprofitabel sind? Die deutschen Autobauer stehen im globalen Wettbewerb. Schon aus eigenem Interesse muss ihnen daran gelegen sein, Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zur Marktreife zu bringen. Staatliche Förderung kann da sogar kontraproduktiv wirken, weil sie den Innovationsdruck mindert.

Die 600 Millionen Euro für Kaufzuschüsse wären an anderer Stelle besser ausgegeben: bei der Infrastruktur. Das Ladesäulennetz ist noch viel zu grobmaschig, um E-Autos zu einer attraktiven Alternative zu Verbrennern zu machen. Hier sollte die Politik ansetzen.


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