Kommentar Mobilität: Es fehlt am Konzept

Meinung – Nina Kallmeier | 08.08.2019, 08:00 Uhr

Die Automobilindustrie schwächelt und mit ihr auch die Zulieferer. Negativmeldungen aus der Branche haben sich in den vergangenen Tagen wieder gehäuft. Doch woran liegt das? Ein Kommentar.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Debatte über eine Mobilitätswende und der Rückgang der Stückzahlen in der Automobilindustrie auch die Zulieferer geballt treffen würden. Doch was tun? Fällt der Wandel wirklich so radikal aus, wie Politik und Hersteller oftmals propagieren? Sicher ist das nicht. Es fehlt nach wie vor ein Gesamtkonzept zur Mobilität der Zukunft und damit die Rahmenbedingungen, in denen Hersteller wie Zulieferer künftig produzieren müssen. Dass sich Zulieferer wie ZF vor diesem Hintergrund nicht auf Elektromobilität als alleinige Antriebsform festlegen wollen, ist weitsichtig. Denn es bleibt dabei: Jeder Hersteller fährt seine eigene Strategie, keiner weiß, ob er damit richtigliegt. Und während die deutsche Politik das E-Auto als Maß der Dinge sieht, setzt man in Japan auf Wasserstoff.

Aktuell können sich Mitarbeiter in jenen Zulieferwerken glücklich schätzen, die antriebsunabhängige Teile produzieren. Sie dürften von möglichen Stellenstreichungen weniger betroffen sein. Zumindest vorerst, denn dass eine Verkehrswende einen weiteren Wandel der Branche und damit der Arbeitsplätze mit sich bringt, ist sicher. Kommen dann auch noch weltweite Absatzschwächen hinzu, trifft es eine ohnehin angeschlagene Branche umso mehr, sodass einige Firmen um ihre Existenz bangen müssen.