Kommentar Handelsstreit: Der Verbraucher ist der Dumme

Meinung – Nina Kallmeier | 02.08.2019, 18:48 Uhr

Im Handelskrieg zwischen den USA und China hatten beide Seiten erst kürzlich einen „Waffenstillstand“ vereinbart. Damit ist es vorbei: Trump kündigt neue Strafzölle auf Importe aus China an - die amerikanische Konsumenten am Geldbeutel treffen dürften. Ein Kommentar.

Freund oder Feind? Bei US-Präsident Donald Trump ist diese Grenze fließend, manch ein Staatslenker ist auch beides zugleich. Dafür ist der Handelskrieg zwischen den USA und China ein gutes Beispiel. Tanzen die Chinesen nach Trumps Pfeife, ist Präsident Xi Jinping ein Freund. Laufen die Handelsgespräche nicht so rund, wie sich der Präsident das vorstellt, wird er zum Feind – und noch bevor die Gespräche wie geplant fortgesetzt werden, verhängt der US-Präsident neue Zölle.

Mit dem Schutz der heimischen Industrie – dem wohlgemerkt ursprünglichen Grund für die Zollspirale – haben die Aktionen lange nichts mehr zu tun. Der US-Wirtschaft müsste es schon sehr schlecht gehen, um Sonderzölle auf fast jedes chinesische Produkt zu rechtfertigen. Und das, wo sich der Präsident doch gerne mit der prosperierenden Wirtschaftskraft im Land brüstet.

Ob Trump mit seinen neuen Maßnahmen Peking in die Knie zwingen wird, ist fraglich. Dabei setzt er alles auf eine Karte – mehr Produkte zur Besteuerung bleiben nicht, lediglich die Zollsätze kann er ab jetzt erhöhen. Zu glauben, dass Tech-Konzerne wie Apple, die das neue Zollpaket unter anderem trifft, auch nur einen Arbeitsplatz zurück in die USA verlagern, ist naiv. Leidtragender wird stattdessen der Verbraucher sein, an den die Firmen die Zusatzkosten weiterreichen werden.