Kommentar Arbeit im Home Office: Schluss mit der Anwesenheitspflicht!

Meinung – Manuel Glasfort | 17.09.2019, 20:08 Uhr

Viele Chefs tun sich schwer damit, Mitarbeiter ab und an von Zuhause arbeiten zu lassen. Die Vorgesetzten sollten dringend flexibler werden in Sachen Home Office, nicht zuletzt aus Eigeninteresse.

In vielen deutschen Büros orientiert man sich an Polizeirevieren in Problemvierteln: Präsenz zeigen ist alles. Zumindest ist ohne Präsenz alles nichts. Nur wer artig seinen Tag am Schreibtisch unter den wachsamen Augen der Vorgesetzten verbringt, ist ein wertvoller Mitarbeiter. Nur sehr, sehr langsam bröckelt die Präsenzkultur in Deutschland, leider. Es wird höchste Zeit, dass sich etwas ändert.

Die Technik erlaubt es längst, von zu Hause aus zu arbeiten. Per Videoschalte in die Konferenz einklinken? Sich per Chat mit den Kollegen abstimmen oder die Spezialsoftware der Firma aufrufen? All das ist möglich. Natürlich ist längst nicht in jedem Beruf Home Office möglich. In vielen Bürojobs aber eben doch.

In den Köpfen vieler Vorgesetzter hat sich der Verdacht festgesetzt, Mitarbeiter würden daheim in Wahrheit die Füße hochlegen, statt zu arbeiten. Dabei kommen Untersuchungen regelmäßig zum gegenteiligen Ergebnis: Zuhause sind die Menschen eher noch produktiver als in einem lauten Großraumbüro.

Home Office ist kein Allheilmittel und birgt auch Risiken für die Arbeitnehmer. Trotzdem sollten Firmen vernünftige Vereinbarungen mit den Betriebsräten treffen und Heimarbeit dort ermöglichen, wo sie sinnvoll ist. Die neue Arbeitswelt verlangt den Arbeitnehmern mehr Flexibilität ab. Doch auch die Vorgesetzten müssen sich bewegen – auch aus Eigeninteresse.

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