Kommentar Runter mit den Kaufnebenkosten

Meinung – Manuel Glasfort | 09.08.2019, 20:15 Uhr

Wohnungspolitisch gibt die Große Koalition in Berlin ein jämmerliches Bild ab. Das zeigt sich nicht nur an den vielerorts explodierenden Mieten, sondern auch daran, dass sich offenbar immer weniger junge Menschen Wohneigentum leisten können. Dieses Studienergebnis ist alarmierend. Um Altersarmut vorzubeugen, müssten nämlich deutlich mehr junge Bürger Eigentum bilden.

Insgesamt nimmt das Thema Wohneigentum einen viel zu geringen Stellenwert ein. Kein Wunder, dass Deutschland in Europa abgeschlagen ist, wenn es um das Leben in den eigenen vier Wänden geht. Besonders miserabel ist die Lage in den Großstädten. Dort stehen junge Menschen vor dem Problem, wegen steigender Kaufpreise mehr Geld ansparen zu müssen, dafür aber wegen anziehender Mieten weniger Spielraum zu haben. Da helfen auch niedrige Zinsen nichts.

Staatlicherseits wird für die Eigentumsbildung viel zu wenig getan, Baukindergeld hin oder her. Viele Bundesländer langen bei der Grunderwerbsteuer heftig zu und erschweren so den Immobilienkauf. Die Kaufnebenkosten müssen dringend runter.

Von der Groko ist hier leider nichts zu erwarten. Vielleicht ist es SPD und Union sogar ganz recht, wenn Deutschland ein Mieterland bleibt. Eigentümer gewinnen an Stolz und Unabhängigkeit – das macht sie für Regierende nicht gerade bequem.