Werder Bremen Österreicher Florian Kainz kämpft um Stammplatz

Von Daniel Cottäus

Sie harmonierten zuletzt prächtig: Die Werder-Angreifer Max Kruse (links) und Florian Kainz. Foto: imagao/NordphotoSie harmonierten zuletzt prächtig: Die Werder-Angreifer Max Kruse (links) und Florian Kainz. Foto: imagao/Nordphoto

Bremen. Trotz seiner neuen Position ist Florian Kainz bei Werder Bremen im Aufschwung. Aber er weiß, dass er um den Platz in der ersten Elf kämpfen muss.

Neun Monate sind eine lange Zeit, vor allem, wenn man sie mit Warten verbringt. So wie Florian Kainz. Seitdem der Österreicher im Sommer von Rapid Wien zu Werder gekommen war, musste er sich gedulden, musste mit Rückschlägen leben und womöglich sogar Selbstzweifel überwinden. Dass vor allem der Herbst eine harte Zeit für ihn war, hat der 24-Jährige mehrfach betont. Seit dem vergangenen Wochenende weiß er nun: Es hat sich gelohnt. Kainz stand in Ingolstadt zum ersten Mal überhaupt in Werders Startelf, zeigte beim 4:2-Erfolg eine ordentliche Leistung und bestätigte damit seine gute Form aus den vergangenen Wochen. „Ich habe lange auf diesen Moment hingearbeitet“, sagte er am Dienstag.

In der Woche vor dem Spiel, da habe er sich schon Hoffnungen gemacht, „und dann war ich froh, dass ich die Chance bekommen habe“. Bei seinen alten Vereinen war Kainz stets Stammspieler gewesen. Die Erfahrung, in Bremen plötzlich Reservist zu sein, habe ihn stärker gemacht. Nach dieser Aussage schaltete Kainz dann gleich wieder in den Profis-Modus um: „Jetzt gilt es, weiter zu arbeiten, damit es für mich so bleibt.“ Und damit Werder nach Europa kommt: „Die Fans nehmen dieses Wort immer öfter in den Mund, und wenn man in der Tabelle da steht, wo wir stehen, muss man darüber nachdenken.“

Die Achterposition ist neu für Kainz

Fest steht aber: Leicht wird es für Kainz nicht, seinen Platz in der Bremer Anfangsformation zu verteidigen. Die Konkurrenz ist schließlich groß - und vor allem ein Spieler auf Kainz‘ Position trägt einen prominenten Namen: Serge Gnabry. Nach dem Abschlusstraining vor dem Ingolstadt-Spiel hatte Trainer Alexander Nouri lange mit Gnabry unter vier Augen gesprochen, ihm vermutlich erklärt, warum Kainz erstmals den Vorzug erhält. „Natürlich will der Serge spielen, aber er hat sich super verhalten“, sagte Kainz. „Ich weiß ja auch, dass es nicht hundert Prozent fix ist, dass ich jetzt jedes Spiel spiele“, erklärte der Österreicher, der es eher als großen Vorteil der Mannschaft denn als persönlichen Nachteil sieht, in Gnabry einen derart starken Konkurrenten zu haben.

Einen Pluspunkt, den kann Florian Kainz aber schon jetzt keiner mehr nehmen: Er hat bewiesen, dass er vielseitig einsetzbar ist. In seiner Anfangszeit in Bremen galt er als klassischer Außenspieler, und ein Vorwurf an ihn lautete, dass er defensiv noch zu schwach für die Bundesliga sei. Inzwischen spielt Kainz im System von Nouri sogar als Achter, sprich als Spieler, der im Zentrum agiert und dort die Räume eng machen, kurz gesagt: auch verteidigen muss. „Die Acherposition ist relativ neu für mich, aber es gefällt mir sehr gut.“ Eine ungewohnte Rolle also, das schon, aber für Kainz ist die Acht momentan eine Art Glückszahl: Er ist als Achter im Aufschwung.


Berliner Brooks fehlt gegen Werder: Große Personalsorgen bei Werders kommendem Gegner Hertha BSC: Die Berliner müssen am Samstag (15.30 Uhr, Weserstadion) auf Innenverteidiger John Anthony Brooks verzichten. Der 24 Jahre alte US-Amerikaner zog sich einen Faserriss in der Hüftmuskulatur zu, teilte der Club am Dienstag mit. Wie lange Brooks fehlen wird, ist noch unklar. Er soll voraussichtlich aber noch diese Saison zurückkehren. Damit vergrößern sich die Personalprobleme von Trainer Pal Dardai in der Defensivzentrale. Niklas Stark und Fabian Lustenberger, die ebenfalls in der Innenverteidigung auflaufen könnten, fehlen derzeit auch verletzt. Erster Kandidat auf den Platz neben Sebastian Langkamp dürfte damit der 19-jährige Jordan Torunarigha sein. (han)

Delaney zurück bei der Mannschaft: Mit einer großen Trainingsgruppe hat der SV Werder die Vorbereitung auf das Spiel gegen Hertha BSC aufgenommen. Auch Thomas Delaney war wieder mit dabei. Delaney nahm wie erwartet erstmals seit seinem Muskelfaserriss aus dem Spiel gegen den FC Schalke 04 am Mannschaftstraining teil. Neben den Langzeitverletzten Clemens Fritz, Luca Caldirola, Izet Hajrovic und Johannes Eggestein fehlte weiterhin Santiago Garcia nach seiner Nackenverletzung aus dem Nordderby. (han/dco)

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