Werder Bremen Die Gegentorquote sinkt, die Zufriedenheit steigt

Sie verstehen sich: Innenverteidiger Lamine Sane (rechts) lobt die „persönliche Note“ von Chefcoach Nouri. Foto: WittersSie verstehen sich: Innenverteidiger Lamine Sane (rechts) lobt die „persönliche Note“ von Chefcoach Nouri. Foto: Witters

Bremen. Die Quote war – gelinde gesagt – eine Katastrophe. Zwölf Gegentore kassierte Werder Bremen in den ersten drei Spielen der Bundesliga-Saison – es war die Zeit, als sich Lamine Sane nicht nur im neuen Club, sondern auch im falschen Film wähnte.

Im Schnitt vier Treffer pro Spiel zu kassieren, rüttelt an der Ehre eines jedes Innenverteidigers. Auch an der des von Girondins Bordeaux nach Bremen gewechselten Senegalesen. Der nun aber mit einiger Zufriedenheit registriert, dass seit dem Trainerwechsel von Viktor Skripnik zu Alexander Nouri die Quote sinkt. Deutlich sogar. Statt vier kassiert Werder „nur“ noch eineinhalb Tore pro Parte – oder total: sechs in vier Spielen. Der Grund dafür sei das, was Sane als Nouris „persönliche Note“ bezeichnet: „Wir arbeiten viel an der Defensive. Die Vermeidung von Gegentoren und Ballverlusten wird besonders thematisiert, da arbeiten wir ganz besonders stark dran mit dem neuen Trainer.“

Dass sich das auszahlt, lässt sich nicht nur an der Tabelle und am Torverhältnis ablesen, sondern auch an Sanes Gesicht. Der Senegalese wirkt zufriedener als noch vor ein paar Wochen, fast schon gelöst. „Es war klar, dass es für uns schwierig beginnt nach all den Ab- und Zugängen im Team, und ich habe immer gesagt, dass wir Zeit brauchen. Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut. Aber jetzt entwickeln wir uns, es wird besser und besser“, sagt der Mann, der immer weiter in die Rolle des Bremer Abwehrchefs wächst.

Sane glänzte gegen Leverkusen als Organisator und Abräumer

Zu beobachten war das am Samstag beim 2:1-Erfolg über Bayer Leverkusen. Werder stand kompakt und stabil, Sane glänzte dabei als Organisator und Abräumer. Lob dafür bekam er zwar, gab es aber sofort weiter an Alexander Nouri: „Leverkusen ist ein Team, das die Lücken und Löcher in einer Abwehr sucht. Damit hat sich der Trainer im Vorfeld intensiv auseinandergesetzt und uns beigebracht, was wir dagegen tun können.“

So sprang der zweite Saisonsieg unter Nouri heraus und die Hoffnung, dass die Schießbude Werder möglicherweise wirklich bald geschlossen sein könnte. 65 oder 66 Gegentore wie in den vergangenen Jahren sollen es in dieser Saison jedenfalls nicht wieder werden, meint Sane und scherzt: „Versuchen wir es doch mal mit 54...“

Das wäre zwar ein Fortschritt, zum einen aber immer noch deutlich zu viel und zum anderen nicht das, was Lamine Sane und sein Innenverteidiger-Kollege Niklas Moisander als standesgemäß betrachten würden. Damit die Quote weiter sinkt, müssen die Beiden als Paar im Abwehrzentrum noch enger zusammenwachsen. Nach vielen Personalwechseln in den ersten Spielen ist dieses Duo mittlerweile als Dauerlösung vorgesehen. Sane: „Ich spiele sehr gerne mit Niklas zusammen. Wir haben eine Zeit der Anpassung gebraucht und konnten noch nicht alles zeigen. Aber es geht jetzt voran.“


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