Fußball Filbry: „Sehe nicht, dass wir die Lichter ausknipsen“

Von dpa

Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung von Werder Bremen. Foto: picture alliance / Carmen Jaspersen/dpa/ArchivbildKlaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung von Werder Bremen. Foto: picture alliance / Carmen Jaspersen/dpa/Archivbild

Bremen. Auch einen Saisonabbruch wegen der Coronavirus-Pandemie könnte der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist Werder Bremen laut Geschäftsführer Klaus Filbry überleben.

„Es gibt zum Beispiel bereits Kreditlinien, es gibt auch andere Ideen, etwa um anfallende Kosten um eine gewisse Zeit aufzuschieben und auf den Worst Case vorbereitet zu sein. Dass wir hier morgen die Lichter ausknipsen, würde ich so nicht sehen“, sagte Filbry der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe).

Sollte die Saison nicht mehr beendet werden können, würden den Hanseaten rund 16 Millionen Euro an TV-Einnahmen fehlen. Dazu kommen ausbleibende Ticket- und Sponsorengelder. In diesem Falle wären auch Gespräche mit Spielern über einen Gehaltsverzicht denkbar. „Wenn es wirklich zum Super-GAU kommt, dann müssen wir alle Solidarität zeigen, denn dann geht’s wirklich ums Überleben. Da gehören dann die Spieler auch dazu“, betonte Filbry.

Die Hoffnung bestehe aber, dass die Saison beendet werde. Der Finanzexperte geht davon aus, „dass vor Mai nicht gespielt wird“. Dann könnte es im Drei-Tages-Rhythmus weitergehen. „Und wenn es die Gesundheit wieder ermöglicht, müssen wir Spiele dann eben ohne Zuschauer auch wieder austragen dürfen, um den vertraglichen Verpflichtungen nachkommen zu können und die wirtschaftliche Basis für alle Vereine wiederherzustellen“, sagte Filbry.

Eine Saison über den 30. Juni hinaus sei aber unrealistisch. „Eine dreistellige Anzahl von Verträgen in der ersten und zweiten Liga laufen zu diesem Datum aus. Entweder wir schaffen es bis zum 30. Juni, mit allen erdenklichen Maßnahmen, oder wir haben eine Saison, die abgebrochen wird“, betonte Filbry.


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